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Böden Sanierung Vermieter
Vermieter

Böden Sanierung Vermieter

Klick-Vinyl als Standard, Untergrund als Herausforderung

Der Boden ist das Gewerk, das die gesamte Wohnung verbindet. Ein frisch gestrichener Raum mit altem, verkratztem Boden wirkt renovierungsbedürftig. Ein mittelmäßig gestrichener Raum mit neuem, sauberem Boden wirkt gepflegt. Die Wirkung des Bodens auf den Gesamteindruck wird regelmäßig unterschätzt – dabei ist er die Fläche, die bei einer Besichtigung als erstes ins Blickfeld fällt.

Was liegt unter dem abgetretenen Teppichboden einer 1970er-Wohnung? In den meisten Fällen ein PVC-Belag in Terrazzo-Optik, hart und spröde. Und in geschätzt 40 % der Fälle steckt in diesem PVC Asbest. In den 1960ern und 1970ern war das Normalmaterial. Heute ist es die häufigste Überraschung bei der Sanierung von Mietwohnungen – und eine, die den Zeitplan und das Budget sprengt, wenn man sie nicht vor Arbeitsbeginn identifiziert.

Der Belag selbst ist selten das Problem. Das Problem sitzt darunter: Asbest im alten PVC, Feuchtigkeit im Estrich, knarrende Holzdielen, unebene Holzbalkendecken. Wer den Untergrund unterschätzt, riskiert Reklamationen und einen Belag, der nach zwei Jahren wellig auf dem Boden liegt.

Dieser Ratgeber fasst die Praxistipps zusammen, die den Unterschied machen: welcher Bodenbelag für die Mietwohnung optimal ist, wie Sie den Untergrund richtig vorbereiten und worauf Sie bei Spezialthemen wie Holzbalkendecken und Schallschutz achten müssen.

Klick-Vinyl in Eiche-Optik: Der wirtschaftliche Standard für Mietwohnungen
80 % der Boden-Reklamationen kommen vom Untergrund, nicht vom Belag
Asbest in PVC vor 1982: Immer Probe nehmen vor dem Entfernen!
Epochen-Übersicht

Bodenbeläge nach Baujahr

Je nach Baujahr Ihrer Wohnung finden Sie unterschiedliche Bodenbeläge und Untergründe vor. Diese Übersicht zeigt typische Beläge und deren spezifische Probleme.

1

Vor 1960

Oberfläche: Holzdielen, Terrazzo, Linoleum

Problem: Holzbalkendecke als Untergrund – uneben, knarrend, Trittschallprobleme

2

1960er

Oberfläche: PVC (Floor-Flex!), Linoleum, Nadelfilz

Problem: ASBEST in PVC/Floor-Flex! Entsorgung kostet das 4- bis 8-Fache

3

1970er

Oberfläche: PVC, Teppichboden, Parkett

Problem: ASBEST in PVC! PAK (krebserregend) im Parkettkleber

4

1980er

Oberfläche: Teppichboden, PVC (ab 1982 asbestfrei), Fliesen

Problem: Hartnäckige Teppichkleber-Rückstände auf dem Estrich

5

1990er und später

Oberfläche: Laminat, Fliesen, Vinyl

Problem: Frühe Klick-Systeme mangelhaft, Laminat quillt an Fugen

Entscheidungshilfe

Untergrund und Belagswahl: Der richtige Weg zur Bodensanierung

Diese Entscheidungshilfe führt Sie vom Untergrund über die Schadstoffprüfung zur optimalen Belagswahl.

1

Was liegt unter dem sichtbaren Belag – Estrich?

Ja Ja

Weiter: CM-Feuchtemessung durchführen. Werte OK? → Ebenheit prüfen → Klick-Vinyl verlegen

Nein Nein

Weiter prüfen

2

Alter PVC/Vinyl-Belag vorhanden?

Ja Ja

Baujahr vor 1982? → ASBEST-PROBE Pflicht! Asbesthaltig → Fachbetrieb TRGS 519. Asbestfrei → Entfernen oder Trennlage + Neuboden

Nein Nein

Weiter prüfen

3

Holzdielen als Untergrund?

Ja Ja

Fest und eben? → Verschrauben + Trennlage + Klick-Vinyl. Uneben/knarrend? → OSB-Platte + Trennlage + Klick-Vinyl

Nein Nein

Weiter prüfen

4

Holzbalkendecke (Altbau vor 1960)?

Ja Ja

Statik prüfen! Schwingungstilger (Jump Hugs) + OSB + Trennlage + Klick-Vinyl – Spezialaufbau erforderlich

Nein Nein

Weiter prüfen

5

Alte Bodenfliesen?

Ja Ja

Klopfprobe: Fest haftend? → Ausgleichsmasse + Trennlage + Klick-Vinyl. Hohlliegend? → Fliesen entfernen, dann Neuboden

Nein Nein

Sonderfall – Fachmann hinzuziehen

Klick-Vinyl: Der Standard für Mietwohnungen

Klick-Vinyl – fachlich LVT (Luxury Vinyl Tile) oder SPC (Stone Polymer Composite) – hat sich als Standard für Mietwohnungen durchgesetzt. Nicht weil es das schönste Material ist, sondern weil es die vier Kernanforderungen am besten erfüllt: strapazierfähig, wasserresistent, reparierbar, schnell verlegt.

Die vier Kernanforderungen an einen Mietwohnungsboden:

1. Strapazierfähigkeit: Der Belag muss Nutzungsklasse 23/32 erfüllen – intensive Nutzung im Wohnbereich. Kratzer, Druckstellen, Abrieb: Die Oberfläche muss das im Alltag wegstecken.

2. Wasserresistenz: In der Küche wird gekleckert, im Flur stehen nasse Schuhe. Ein Bodenbelag, der bei Feuchtigkeitskontakt aufquillt, ist in der Mietwohnung fehl am Platz. Laminat quillt auf. Vinyl nicht.

3. Reparierbarkeit: Einzelne beschädigte Elemente müssen austauschbar sein. Bei Klick-Systemen ist das möglich – der größte Vorteil gegenüber geklebtem Vinyl.

4. Verlegegeschwindigkeit: Jeder Tag Sanierung ist ein Tag Leerstand. Ein geübter Verleger schafft 25 bis 35 m² pro Tag – ein durchschnittliches Zimmer ist in einem halben Tag fertig.

Empfehlung für Mietwohnungen:

  • Materialstärke: 4–5 mm
  • Nutzschicht: mindestens 0,3 mm, besser 0,55 mm
  • Dekor: Eiche hell bis mittel (zeitlos, passt zu jeder Einrichtung)

Die Holzoptik Eiche ist der universelle Standard. Graue Holzoptik, Betonoptik oder Fliesenoptik sind Modetrends, die in drei bis fünf Jahren veraltet wirken. Eiche war vor zehn Jahren aktuell. Eiche wird in zehn Jahren aktuell sein.

Klick-Vinyl vs. geklebtes Vinyl

Klick-Vinyl (schwimmend verlegt):

Die einzelnen Dielen rasten über ein Nut-Feder-System ineinander ein, ohne Kleber auf dem Untergrund. Die Vorteile für Vermieter sind erheblich:

  • Schnelle Verlegung: 25–35 m² pro Tag, sofort begehbar
  • Reparierbar: Beschädigte Dielen können ausgetauscht werden
  • Rückstandsfreie Entfernung: Bei Kompletterneuerung kein Kleberschleifen nötig

Geklebtes Vinyl:

Vollflächig verklebt, geringere Aufbauhöhe (2–3 mm). Die Nachteile wiegen für die Mietwohnung schwer:

  • Untergrundforderung: Estrich muss perfekt sein – plan auf 2 mm pro Laufmeter
  • Aufwändige Entfernung: Kleber muss vom Estrich geschliffen werden
  • Keine Einzeldielenreparatur: Beschädigte Bereiche nicht punktuell tauschbar

Fazit: Geklebtes Vinyl nur bei Fußbodenheizung mit engem Wärmeübergang oder kritischer Aufbauhöhe sinnvoll. Für die normale Mietwohnung ist Klick-Vinyl die bessere Wahl.

Laminat: Die Budget-Alternative mit Einschränkungen

Laminat ist günstiger als Vinyl und schnell verlegt. Für reine Wohn- und Schlafräume ist es eine brauchbare Option – mit klaren Einschränkungen.

Das Grundproblem: Der HDF-Kern

Laminat besteht aus gepressten Holzfasern (HDF), die bei Feuchtigkeitskontakt aufquellen. Ein Wasserfleck, der über Nacht stehen bleibt, zieht in die Fugen und lässt den Kern aufquellen. Die Kante wölbt sich dauerhaft.

Wo Laminat NICHT hingehört:

  • Küche (Wasserspritzer)
  • Bad und WC
  • Flur (nasse Schuhe)
  • Bereiche mit erhöhter Feuchtigkeitsbelastung

Der zweite Nachteil: Trittschall

Laminat ist lauter als Vinyl. Der harte HDF-Kern überträgt Gehgeräusche direkt auf den Estrich. Ohne separate Trittschalldämmung (mindestens 2 mm PE-Schaum, besser 3 mm Kork) ist Laminat in einem Mehrfamilienhaus nicht akzeptabel.

Laminat-Empfehlung:

  • Nutzungsklasse AC4 (Abriebklasse 4) für Mietwohnungen
  • Nur in Wohn-/Schlafräumen einsetzen
  • Immer separate Trittschalldämmung verwenden

Warum kein Parkett in der Mietwohnung

Parkett ist ein wunderbares Material – im Eigenheim. In der Mietwohnung ist es ein wirtschaftliches Risiko:

1. Feuchtigkeitsempfindlich Ein umgekipptes Glas Wasser, das nicht sofort aufgewischt wird, hinterlässt Flecken oder führt zum Aufquellen. In der Mietwohnung lässt sich nicht kontrollieren, wie schnell der Mieter reagiert.

2. Pflegeaufwändig Versiegeltes Parkett muss alle 7–10 Jahre nachgeschliffen und neu versiegelt werden. Geöltes Parkett braucht 1–2× jährlich eine Ölpflege. Beides passiert in der Mietwohnung nicht.

3. Laut Ohne zusätzliche Trittschalldämmung überträgt Parkett Gehgeräusche erheblich stärker als Vinyl. In Mehrfamilienhäusern führt das zu Nachbar-Beschwerden.

4. Teuer Material und Verlegung kosten das Zwei- bis Dreifache von Klick-Vinyl. Der Mehrwert für die Mietpreisgestaltung ist minimal – kein Mieter zahlt nennenswert mehr, nur weil Parkett statt Vinyl liegt.

Die Entscheidung gegen Parkett ist keine Frage des Geschmacks. Es ist eine wirtschaftliche Abwägung, die in der Praxis eindeutig ausfällt.

Asbest in altem PVC: Die häufigste Überraschung

PVC-Bodenbeläge aus den 1960ern und 1970ern – insbesondere der unter dem Namen 'Floor-Flex' bekannte Typ – enthalten mit hoher Wahrscheinlichkeit Asbest.

So erkennen Sie asbestverdächtigen PVC:

  • Baujahr vor 1982
  • 2–3 mm dick, hart und spröde
  • Bunte Muster in Terrazzo- oder Marmoroptik
  • Bricht, wenn man ihn biegt

Was passiert bei unsachgemäßer Entfernung? Sobald der Belag gebrochen, geschliffen oder abgerissen wird, werden Asbestfasern freigesetzt. Die Konsequenzen reichen von behördlicher Nutzungsuntersagung bis zur strafrechtlichen Relevanz.

Die Regel ohne Ausnahme: Bei PVC-Belägen in Gebäuden vor 1982 muss vor jedem Eingriff eine Materialprobe im Labor analysiert werden.

Die Probe ist ein Bruchteil der Kosten für unsachgemäße Entfernung – plus die professionelle Sanierung des kontaminierten Raumes.

Alternativen bei Asbestbefall: 1. Fachgerechte Entfernung durch zertifizierten Betrieb (teuer, aber sauber) 2. Einschließung: Trennlage auf intakten Belag + neuer Boden darüber (günstiger, aber Aufbauhöhe steigt)

Untergrund-Vorbereitung: Wo 80 % der Reklamationen entstehen

Erfahrungsgemäß stammen 80 % aller Boden-Reklamationen nicht vom Belag, sondern vom Untergrund. Zu feucht, zu uneben, zu weich, falsch grundiert – der Belag kann diese Fehler nicht kompensieren, er macht sie nur sichtbar.

Ebenheitsprüfung: DIN 18202 definiert die Toleranzen: Bei normalem Belag sind 3 mm auf 1 m Laufmeter erlaubt. Klick-Vinyl ist etwas toleranter, aber Unebenheiten über 2 mm führen zu Wellen und gebrochenen Klickverbindungen.

Abhilfe: Ausgleichsmasse (Fließspachtel)

  • Schichtdicke: 2–30 mm
  • Selbstnivellierende Masse auf grundierten Estrich gießen
  • Wirkung: enorm – wer hier spart, zahlt am Belag doppelt

Feuchtemessung (Pflicht!): Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) ist die einzige normkonforme Methode nach DIN 18560.

Grenzwerte:

  • Zementestrich: max. 2,0 CM-%
  • Anhydritestrich: max. 0,5 CM-%

Wird der Grenzwert überschritten, darf kein Belag verlegt werden. Einen feuchten Estrich mit einem Belag abzudecken verschiebt das Problem – die Feuchtigkeit wandert in den Belag und zerstört ihn von unten.

Vermieter-Hinweis: Bestehen Sie auf einem CM-Messbericht vor der Bodenverlegung. Ohne diesen Nachweis verlieren Sie im Schadensfall jeden Gewährleistungsanspruch gegenüber dem Bodenleger.

Holzbalkendecken: Das Spezialthema für Altbauten

Holzbalkendecken sind die Tragkonstruktion in Gebäuden vor 1960. Was sie von Betondecken unterscheidet: Sie sind elastisch. Sie federn bei Belastung, schwingen bei Schritten und knarren an den Auflagern. Auf einer elastischen Decke bewegt sich alles mit – und wenn der Bodenaufbau diese Bewegung nicht abfängt, bricht er.

Schwingungstilger (Jump Hugs): Elastische Auflager zwischen Holzbalkendecke und neuem Bodenaufbau. Sie entkoppeln den Belag von der Deckenkonstruktion und reduzieren den Trittschall um 10–15 dB.

OSB-Platten als Tragschicht:

  • Stärke: 15–18 mm
  • Auf Schwingungstilger oder direkt auf Balken schrauben
  • Wichtig: 3–5 mm Abstand an Stößen und zu Wänden (Dehnungsfuge!)

Bei stark unebenem Untergrund (> 20 mm): Faserverstärkte Nivelliermasse (5–50 mm Schichtdicke) vor dem eigentlichen Bodenaufbau.

Gesamtaufbau kann 40–60 mm betragen! Das bedeutet:

  • Türen müssen gekürzt werden
  • Zargen müssen ausgeklinkt werden
  • Übergänge zu anderen Räumen beachten

Statik prüfen lassen! Jede zusätzliche Schicht erhöht die Last. 18 mm OSB = ca. 10 kg/m², 30 mm Nivelliermasse = 50–60 kg/m². Bei 20 m² Raumfläche bis zu 1.400 kg Zusatzlast. Ein Statiker muss vor Baubeginn prüfen, ob die Decke das trägt.

Trittschalldämmung: Mehr als nur Komfort

Trittschallbeschwerden sind einer der häufigsten Gründe für Mieterbeschwerden und Mietminderungsandrohungen. Ein Mieterwechsel wegen Trittschallproblemen kostet 3–6 Monate Mieteinnahmen.

Die wichtigsten Materialien:

PE-Schaum (2 mm):

  • Günstigste Variante
  • Reduziert Trittschall um 15–18 dB
  • Nachteil: Komprimiert unter Dauerbelastung

Kork (3–5 mm):

  • 18–22 dB Dämmwirkung
  • Druckfester als PE-Schaum
  • Nachteil: Feuchtigkeitsempfindlich, Dampfsperre empfohlen

Polyurethan (PU, 3 mm):

  • 20–25 dB Dämmwirkung
  • Feuchtigkeitsbeständig, langzeitstabil
  • Beste Wahl für Mehrfamilienhäuser

DIN 4109 – Mindestanforderungen Trittschall:

  • Minimum Bestand: 53 dB
  • Basis+ Neubau: 46 dB
  • Erhöhter Schallschutz: 39 dB

Altbauten mit Holzbalkendecken erreichen typischerweise 60–75 dB – weit über dem Mindeststandard. Betondecken ohne Dämmung liegen bei 55–65 dB.

Der Qualitätsunterschied zwischen PE-Schaum und Polyurethan beträgt 5–8 dB Dämmwirkung – hörbar und messbar.

Sockelleisten und Übergänge: Das Finish

Sockelleisten und Übergangsprofile machen den Unterschied zwischen 'handwerklich sauber' und 'irgendwie hingelegt'.

Sockelleisten:

  • Verdecken die Dehnungsfuge (8–10 mm) zwischen Belag und Wand
  • Standard: MDF oder PVC in Weiß, 58–70 mm Höhe
  • Montage: Clipschiene (abziehbar bei Belagswechsel) oder Montagekleber

Weiße Leisten passen zu jedem Bodendekor und jeder Wandfarbe. Bei einem späteren Belagswechsel stimmt das Holzdekor nicht mehr überein – Weiß bleibt universell.

Übergangsprofile:

  • An jeder Stelle, wo zwei Bodenbeläge aneinanderstoßen
  • Standard: Aluminium in Edelstahloptik oder Bronze
  • Profile passend zum Niveauunterschied wählen:
- Gleiche Höhe = flaches Übergangsprofil - Bis 10 mm Unterschied = Anpassungsprofil mit Schräge - Über 10 mm = Stufenprofil oder Rampe

Türanpassung nicht vergessen! Jeder Millimeter Aufbauhöhe reduziert die Durchgangshöhe unter den Türen. Bei 5 mm Vinyl + 3 mm Dämmung + 2 mm Ausgleichsmasse sind das 10 mm weniger Luft.

  • Türblätter: Bis 20 mm kürzbar
  • Türzargen: An der Unterseite ausklinken

Diese Anpassungsarbeiten werden in der Planung regelmäßig vergessen – dann muss der Tischler nachträglich kommen.

Konkrete Preise für Ihr Projekt

Die genauen Kosten hängen von Baujahr, Zustand und Umfang ab. Auf unserer Preisseite finden Sie aktuelle Kostenrahmen für alle Sanierungspakete – transparent und verbindlich.

Verlegeabfolge im Bauablauf

Der Boden ist eines der letzten Gewerke. Wer ihn zu früh verlegt, riskiert Beschädigungen durch nachfolgende Arbeiten.

Die richtige Reihenfolge:

1. Entkernung und Rückbau – Alter Belag raus. Bei PVC vor 1982: Schadstoffprobe!

2. Rohinstallation – Sanitär und Elektro verlegen Leitungen

3. Estricharbeiten – Falls nötig: neuer Estrich oder Reparatur, Trocknungszeit einhalten

4. Untergrundvorbereitung – CM-Messung, Grundierung, Nivellierung

5. Fliesen – Fliesen kommen VOR dem Bodenbelag (Übergangskante!)

6. Bodenbelag – Klick-Vinyl oder Laminat verlegen

7. Malerarbeiten – Wände und Decken werden NACH dem Boden gestrichen

8. Endmontage – Sockelleisten, Übergangsprofile, Türanpassungen

Häufigster Fehler: Vorzeitiges Betreten durch nachfolgende Gewerke. Klick-Vinyl ist sofort begehbar – aber Farbtropfen, Mörtelreste und Werkzeugkratzer beschädigen die Nutzschicht irreversibel.

Schutzmaßnahme: Wenn nach der Bodenverlegung noch Arbeiten stattfinden müssen: Vollflächige Abdeckung mit Malervlies und Hartfaserplatten.

Checkliste

Checkliste: Bodensanierung professionell planen

Diese 15 Punkte sollten Sie vor und während der Bodensanierung abarbeiten.

Fortschritt 0 / 15
Aus der Praxis

Praxis-Tipps

Restmaterial aufbewahren – der Reparatur-Trick

Der größte Vorteil von Klick-Vinyl gegenüber geklebtem Vinyl: Einzelne beschädigte Dielen können ausgetauscht werden. Bewahren Sie 5–10 % Restmaterial aus derselben Charge auf. Die Dekorschichten variieren zwischen Produktionschargen – bei einer Nachbestellung stimmt der Farbton nicht exakt. Mit Restmaterial aus der gleichen Charge tauschen Sie beschädigte Dielen in 30 Minuten unsichtbar. Ein Regal im Keller mit beschrifteten Restpaketen spart bei jedem Mieterwechsel hunderte Euro.

CM-Messbericht verlangen

Bestehen Sie auf einem CM-Messbericht vor der Bodenverlegung. Elektronische Feuchtemessgeräte sind als Vorprüfung nützlich, aber für die verbindliche Freigabe reichen sie nicht aus. Die CM-Messung ist die einzige normkonforme Methode nach DIN 18560. Ohne diesen Nachweis verlieren Sie im Schadensfall jeden Gewährleistungsanspruch gegenüber dem Bodenleger.

Asbest-Probe IMMER vor dem Entfernen

In geschätzt 40 % der Wohnungen aus den 1960er–1970er Jahren finden Sie asbesthaltige PVC-Böden (Floor-Flex). Erkennung: Bunte Muster in Terrazzo-Optik, 2–3 mm dick, hart und spröde. VOR dem Entfernen: Immer Probe nehmen! Die Probe ist eine der sinnvollsten Investitionen bei der Altbausanierung – ein Bruchteil der Kosten bei nachträglicher Dekontamination.

Statik bei Holzbalkendecken VORHER prüfen

Bei Holzbalkendecken die Statik immer vor Baubeginn prüfen lassen – nicht nach der Verlegung, wenn der neue Aufbau bereits drauf ist. 18 mm OSB + 30 mm Nivelliermasse = bis zu 70 kg/m² Zusatzlast. Bei 20 m² Raumfläche sind das 1.400 kg. Einen Statiker vor Baubeginn einzuschalten schützt vor teuren Nachbesserungen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

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Klick-Vinyl oder Laminat – was ist besser für Vermieter?

Klick-Vinyl ist in fast allen Fällen die bessere Wahl. Es ist wasserresistent (Laminat quillt), leiser (weniger Trittschall), reparierbar (Einzeldielen tauschbar) und in allen Räumen einsetzbar – auch Küche und Flur. Der Preisunterschied ist minimal. Laminat ist nur bei extremem Budget-Druck in reinen Wohn-/Schlafräumen eine Option.
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Woran erkenne ich asbesthaltigen PVC-Boden?

Verdacht besteht bei: Baujahr vor 1982, buntes Muster in Terrazzo-/Marmoroptik, Materialstärke 2–3 mm, hart und spröde (bricht beim Biegen). Typischer Name: Floor-Flex. Eine Materialprobe im Labor gibt Gewissheit. Ohne Probe darf bei Verdacht nicht gearbeitet werden.
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Muss ich vor dem Verlegen eine Feuchtemessung machen?

Ja, unbedingt. Die CM-Messung (Calciumcarbid-Methode) ist Pflicht nach DIN 18560. Grenzwerte: Zementestrich max. 2,0 CM-%, Anhydritestrich max. 0,5 CM-%. Ohne CM-Messbericht verlieren Sie im Schadensfall jeden Gewährleistungsanspruch. Einen feuchten Estrich abzudecken löst das Problem nicht – die Feuchtigkeit zerstört den Belag von unten.
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Was mache ich bei einer Holzbalkendecke als Untergrund?

Holzbalkendecken erfordern einen Spezialaufbau: Schwingungstilger (entkoppeln vom Untergrund), OSB-Platten (Tragschicht), ggf. Nivelliermasse bei starken Unebenheiten, dann Dampfsperre, Trittschalldämmung und Klick-Vinyl. Der Aufbau kann 40–60 mm betragen. Vor Baubeginn: Statiker beauftragen, ob die Decke die Zusatzlast trägt!
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Warum ist Parkett für Mietwohnungen nicht empfehlenswert?

Parkett ist feuchtigkeitsempfindlich, pflegeintensiv, laut (Trittschall!) und zwei- bis dreimal so teuer wie Vinyl. Der Mehrwert bei der Vermietung ist minimal – kein Mieter zahlt nennenswert mehr nur wegen Parkett. Die wirtschaftliche Abwägung fällt eindeutig gegen Parkett aus.
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Welche Trittschalldämmung ist die beste?

Für Mehrfamilienhäuser empfehlen wir Polyurethan (PU, 3 mm): 20–25 dB Dämmwirkung, feuchtigkeitsbeständig, langzeitstabil. PE-Schaum ist günstiger, aber komprimiert über die Jahre. Kork liegt dazwischen, ist aber feuchtigkeitsempfindlich. Der Preisunterschied pro m² beträgt nur wenige Euro – die Qualitätsdifferenz ist erheblich.
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Wann kommt der Bodenleger im Bauablauf?

Der Boden ist das vorletzte Gewerk (vor dem Maler). Reihenfolge: Entkernung → Rohinstallation → Estrich → Untergrundvorbereitung → Fliesen → Bodenbelag → Malerarbeiten → Endmontage. Fliesen kommen VOR dem Boden, Maler NACH dem Boden. Zu früh verlegter Boden wird durch nachfolgende Gewerke beschädigt.

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Normen & Quellen

  • DIN 18365: Bodenbelagarbeiten (VOB/C) – Verarbeitungsregeln, Toleranzen, Abnahme
  • DIN 18560: Estriche im Bauwesen – Feuchte-Grenzwerte, CM-Messung
  • DIN 18202: Toleranzen im Hochbau – Ebenheitstoleranzen für Untergründe
  • DIN 4109: Schallschutz im Hochbau – Trittschall-Grenzwerte
  • DIN EN 1264: Fußbodenheizung – Max. Wärmedurchlasswiderstand 0,15 m²K/W
  • TRGS 519: Asbest – Abbruch, Sanierung, Instandhaltung
  • TRGS 524: Schadstoffsanierung – PAK-haltige Materialien (Parkettkleber)

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