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Sanitär- und Badsanierung im Eigenheim: Ablauf, Details, Entscheidungen

Sanitär- und Badsanierung im Eigenheim: Ablauf, Details, Entscheidungen

Walk-in-Dusche, DIN-18534-Abdichtung und Unterputz-Armaturen – das Gewerk mit der höchsten technischen Komplexität im Haus

Wer ein Eigenheim saniert, steht vor einer grundlegend anderen Ausgangslage als ein Vermieter. Es geht nicht um den mietmarktüblichen Standard, sondern um den eigenen Anspruch – und um jeden Morgen, der mit diesem Bad beginnt. Gleichzeitig ist das Bad der Raum mit der höchsten technischen Komplexität: Sanitär, Elektrik, Fliesen, Trockenbau und Abdichtung treffen hier aufeinander. Ein Fehler bei der Abdichtung zeigt sich nicht am Tag der Fertigstellung, sondern Monate später als Wasserfleck an der Decke darunter.

Ausführung durch neurealis: Dortmund, Bochum & östliches Ruhrgebiet

Ockerfarbene 10x10-Fliesen, eine Stahl-Emaille-Wanne in Bahamabeige, ein tropfender Zweigriffmischer. Hinter der Wand: Kupferrohre mit über 50 Jahren Betriebszeit. Unter den Fliesen: eine Abdichtung, die den Namen kaum verdient – oder schlicht nicht existiert. So sieht das typische 1970er-Bad im Ruhrgebiet aus, wenn wir zur Bestandsaufnahme kommen.

Der Eigennutzer saniert dieses Bad anders als ein Vermieter. Flache Duschtasse oder bodenebene Walk-in-Dusche mit Gefälleestrich? Aufputz-Einhebel oder Unterputz-Thermostat? Spülrandloses WC oder gleich ein Dusch-WC mit Strom- und Wasseranschluss? Jede dieser Entscheidungen hat Auswirkungen auf Bauzeit, Abdichtungsrisiko und vor allem auf das, was Sie die nächsten zwanzig Jahre täglich nutzen.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Grundrissveränderungen der Bestand zulässt, welche Duschvariante für welchen Anspruch passt und warum die Abdichtung – die nur fünf bis acht Prozent der Kosten ausmacht – über Erfolg oder Misserfolg der ganzen Sanierung entscheidet.

Bad ist der komplexeste Raum im Haus – fünf Gewerke greifen ineinander, die Abdichtung ist das kritischste Detail
Drei Duschvarianten: Flache Tasse (sicher), Wedi-Element (Kompromiss), Gefälleestrich (maximale Freiheit, höheres Risiko)
Barrierearme Planung mit 45 kostet 8–15 % mehr – und erspart mit 75 den teuren Umbauzwang
Epochen-Übersicht

Bad-Befunde im Eigenheim nach Baujahr

Das Alter des Hauses bestimmt, was beim Öffnen der Wände zu erwarten ist – und damit den Mindestumfang der Sanierung. Regionale Abweichungen sind üblich.

1

Vor 1960

Oberfläche: Kleine Nasszelle, oft provisorisch nachgerüstet. Sitzbadewanne aus Gusseisen, kein Duschplatz

Problem: Bleirohre (!) – sofort tauschen. Grundriss meist untauglich, Komplettneuplanung nötig

2

1960er

Oberfläche: Erste Standardbäder, 4–5 m². Guss-Badewanne, Stand-WC, farbige Objekte in Avocado, Beige, Moosgrün

Problem: Verzinkter Stahl stark verkalkt und korrodiert. Wasserdruck für moderne Armaturen oft unzureichend

3

1970er

Oberfläche: Stahl-Emaille-Wanne, bunte 10x10 oder 15x15-Fliesen, Eckbadewannen populär, Kupferrohre

Problem: Asbest im alten Fliesenkleber prüfen! Abdichtung mangelhaft oder gar nicht vorhanden

4

1980er/90er

Oberfläche: Größere Bäder, Pastellfarben oder helles Weiß, erste Acrylwannen und Wand-WCs, Einbaumöbel

Problem: Kupfer auf Lochfraß prüfen. Frühe Verbundrohre mit dünner Alu-Schicht, Pressfittings der ersten Generation

5

Ab 2000

Oberfläche: Funktional modern, bodennahe Duschen, neutrale Farben, Thermostat-Armaturen, Verbundrohre

Problem: Technik meist brauchbar, Design-Update genügt oft. DIN 18534 gilt erst seit 2017 – Abdichtung davor uneinheitlich

Entscheidungshilfe

Badsanierung im Eigenheim: Welcher Umfang ist der richtige?

Diese Fragen führen vom Leitungsbefund über den Grundriss bis zur Duschvariante und Ausstattung. Start bei der ersten Frage.

1

Liegen Blei-, verzinkte Stahl- oder stark korrodierte Leitungen vor?

Ja Ja

Komplettsanierung: Rohre, Objekte, Abdichtung, Fliesen – alles neu. Die Wände sind ohnehin offen, Grundrissoptimierung jetzt mitdenken.

Nein Nein

Weiter: Soll der Grundriss verändert werden?

2

Soll der Grundriss verändert werden (Bad vergrößern, WC zusammenlegen, Dusche statt Wanne)?

Ja Ja

Bei tragenden Wänden zwingend Statiker einbeziehen. Wanddurchbruch inklusive Stahlträger planen, nie auf Verdacht eine Wand entfernen.

Nein Nein

Weiter zur Duschvariante

3

Welches Abdichtungsrisiko akzeptieren Sie bei der Dusche?

Ja Ja

Maximale Sicherheit → extraflache Duschtasse (Variante 1). Kontrollierter Mittelweg → Wedi-/Duschelement mit werksseitigem Gefälle (Variante 2). Maximale Gestaltungsfreiheit → Gefälleestrich mit handgefertigtem 1,5–2 % Gefälle (Variante 3, nur mit erfahrenem Betrieb).

Nein Nein

Wenn unsicher: Variante 2 ist der beste Kompromiss aus Optik und Sicherheit

4

Welches Ausstattungsniveau passt zu Budget und Anspruch?

Ja Ja

Funktional modern → Aufputz-Armaturen, 30x60-Fliesen, Handtuchheizkörper. Komfortabel wertig → Thermostatarmatur, 60x60 Feinsteinzeug, spülrandloses WC, Nischen. Premium → Unterputz, 60x120, Regendusche, Dusch-WC, ggf. freistehende Wanne.

Nein Nein

Komfortabel wertig ist der Sweet Spot – spürbar besser als Mietstandard, ohne Premium-Aufpreis

5

Barrierefreiheit jetzt oder perspektivisch?

Ja Ja

Bodenebene Dusche (Variante 2 oder 3), Türbreite mindestens 80 cm, WC mit 46 cm Sitzhöhe, Rutschhemmung R10, Haltegriff-Befestigungen in der Wand einplanen.

Nein Nein

Mindestens die Haltegriff-Befestigungen in der Vorwand mit einbauen – der Aufwand ist minimal, die Option bleibt

Warum Eigennutzer ihr Bad anders denken

Ein Vermieter saniert ein Bad standardkonform und wirtschaftlich. Der Eigennutzer lebt selbst darin – jeden Morgen, über Jahrzehnte. Die flache Duschtasse ist nicht automatisch die richtige Wahl, wenn Sie eine bodenebene Dusche mit Großformatfliesen wünschen. Unterputz-Armaturen sind keine Extravaganz, sondern eine bewusste Designentscheidung. Ein Dusch-WC ist kein Gadget, sondern ein Komfortmerkmal, das in Japan seit Jahrzehnten Standard ist.

Funktion zuerst, dann Design. Ein typischer Fehler: Die Planung beginnt mit einem Pinterest-Board voller Inspiration. Die Realität des Bestands wird erst beim Ortstermin sichtbar – der Waschtisch kollidiert mit dem Fallrohr, die Trennwand ist tragend. Die professionelle Reihenfolge: Bestandsaufnahme, Leitungsplanung, Funktionsplanung – dann Design.

Grundriss: Was der Bestand zulässt

Die Bestandsaufnahme beginnt nicht mit dem Maßband, sondern mit den Leitungen. Wo liegen die Trinkwasseranschlüsse? Wo verläuft die Abwasserleitung – und in welche Richtung fällt sie?

Ein Waschtisch lässt sich um einen Meter versetzen, ohne dass der Aufwand explodiert. Ein WC um zwei Meter zu versetzen bedeutet, die Abwasserleitung (DN 90 oder DN 100) mit mindestens 1,5 % Gefälle neu zu verlegen. Bei Versätzen über drei Meter wird das Gefälle zum Problem: Entweder durchstößt die neue Leitung die Decke des darunterliegenden Raums, oder es braucht eine Hebeanlage – wartungsintensiv und geräuschvoll.

Die häufigsten Grundrissveränderungen:

  • Bad vergrößern: Nichttragende Wand entfernen – aus 4,5 m² werden 7 m². Bei tragenden Wänden: Stahlträger und Statiker.
  • Bad und WC zusammenlegen: Großzügiger Raum, aber das zweite WC fehlt. Gäste-WC im Erdgeschoss mitdenken.
  • Gäste-WC schaffen: Unter der Treppe, im Flur, ehemalige Abstellkammer. Mindestgröße 1,5 m².
  • Badewanne durch Dusche ersetzen: Häufigste Maßnahme. Wanne verbraucht 1,5 bis 2,5 m² – an ihrer Stelle entsteht eine Walk-in-Dusche.

Barrierefreiheit als Zukunftsinvestition. Nur 1,5 % des deutschen Wohnungsbestands sind barrierefrei. Türbreite 80 cm, bodenebene Dusche, Haltegriff-Befestigungen – der Mehraufwand liegt bei 8 bis 15 %, die Griff-Vorbereitungen kosten fast nichts, weil sie beim Bau der Vorwand mitgeplant werden.

Die Dusche: Drei Varianten im Vergleich

Die Duschvariante beeinflusst Aufwand, Bauzeit, Abdichtungsrisiko und Gesamtkosten stärker als jede andere Einzelentscheidung.

Variante 1: Extraflache Duschtasse. Industriell gefertigtes Element aus Stahl-Emaille, Mineralguss oder Sanitäracryl, Einbauhöhe 2–5 cm. Die Tasse bildet selbst eine wasserdichte Wanne. Kein Gefälleestrich, keine Trocknungsphase, Montage an einem halben Tag. Nachteil: sichtbare Eintrittskante. Technisch sicherste Variante.

Variante 2: Wedi-Platte oder Duschelement. Hartschaumplatten mit werksseitig integriertem Gefälle. Auf den Unterboden aufsetzen, abdichten, befliesen. Optisch kaum Unterschied zu Variante 3, Fehlerrisiko deutlich geringer. Einschränkung: Aufbauhöhe 6–10 cm muss im Estrich versenkt werden – bei Altbauten mit Holzbalkendecken vorher prüfen.

Variante 3: Bodenebene Dusche mit Gefälleestrich. Estrich entfernen, neuer mit exakt 1,5–2 % Gefälle zum Ablauf, nach 4–6 Wochen Trocknung abdichten und befliesen. Maximale Gestaltungsfreiheit: Großformatfliesen, Rinnenablauf, randloser Übergang. Risiko: Stimmt das Gefälle nicht, bilden sich Pfützen – stehendes Wasser findet jede Fehlstelle. Abdichtung muss W3-I nach DIN 18534 entsprechen.

| Kriterium | Flache Duschtasse | Wedi-Element | Gefälleestrich | |-----------|------------------|-------------|---------------| | Abdichtungsrisiko | Gering | Mittel | Hoch | | Gestaltungsfreiheit | Eingeschränkt | Gut | Maximal | | Bauzeit | 0,5 Tage | 1–2 Tage | 4–6 Wochen | | Barrierefreundlich | Ja (2–5 cm Kante) | Ja (bodeneben) | Ja (bodeneben) | | Fachkönnen nötig | Standard | Mittel | Hoch |

Variante 3 ist die richtige Wahl, wenn Sie maximale Gestaltungsfreiheit wollen und bereit sind, Mehraufwand und höheres Risiko zu tragen. Fordern Sie mindestens drei Referenzprojekte als begehbare Bäder ein – nur das fertige Bad zeigt, ob das Wasser tatsächlich zum Ablauf läuft.

Abdichtung: Das unsichtbare Fundament

Die Abdichtung liegt unsichtbar unter Fliesen und Kleber. Ein schlecht abgedichtetes Bad funktioniert am Tag der Fertigstellung – die Probleme beginnen Monate später: Wasser dringt durch Mikrorisse, der Estrich saugt sich voll, die Feuchtigkeit wandert in die Decke. Erst wenn Putz bröckelt oder Schimmel auftritt, wird das Problem sichtbar – dann ist der Schaden bereits fortgeschritten.

DIN 18534 – die drei Beanspruchungsklassen:

| Klasse | Beanspruchung | Typischer Bereich | |--------|--------------|-------------------| | W1-I | Mäßig (zeitweise Wasser) | Wannenbereich, Boden | | W2-I | Hoch (häufig Wasser) | Duschbereich Wand + Boden | | W3-I | Sehr hoch (stehendes Wasser) | Bodenebene Dusche |

Der gesamte Duschbereich – Boden und Wände bis mindestens 200 cm Höhe – muss mindestens W2-I erfüllen. Bei bodenebenen Duschen ist W3-I Pflicht.

Das Zwei-Farben-System (Grau und Blau): Wo die Farbe der ersten Schicht durchscheint, fehlt Material. Bei einheitlicher Farbe bleiben Fehlstellen unsichtbar – bis sie sich als Wasserschaden zeigen. Schriftlich im Angebot bestätigen lassen.

Ecken, Kanten, Durchdringungen sind die kritischen Stellen – hier reißen starre Abdichtungsschichten zuerst. Dichtbänder an alle Innenecken und Wandanschlüsse, Dichtmanschetten an alle Rohrdurchführungen. Alle Komponenten aus einem Herstellersystem – bei Mischung erlischt die Systemzulassung.

Foto-Dokumentation: Bevor der Fliesenleger beginnt, jeden Quadratmeter der fertigen Abdichtung fotografieren – mit Datum, an zwei Orten gespeichert. 15 Minuten Aufwand, die bei einem Schaden über Gewährleistungsansprüche entscheiden.

Sanitärobjekte: WC, Waschtisch, Wanne

WC: Spülrandlos ist Standard. Wandhängendes WC mit Unterputz-Spülkasten – freier Boden, verdeckter Kasten, weniger Geräusche. Spülrandlose Modelle sind hygienisch klar überlegen: Kalk und Bakterien sammeln sich unter dem Spülrand konventioneller Modelle, schwer erreichbar, unsichtbar.

Dusch-WC: Integrierte Bidet-Funktion, warmes Wasser, beheizbarer Sitz. In Japan seit den 1980ern in über 80 % der Haushalte Standard. Einbau erfordert Strom- und Wasseranschluss am WC. Auch ohne aktuelles Dusch-WC einen Stromanschluss hinter der Vorwand vorbereiten – Nachrüsten ohne Anschluss bedeutet Vorwand öffnen und Fliesen wiederherstellen.

Waschtisch: 80 bis 120 cm statt 60. Drei Typen:

  • Einbau-Waschtisch im Unterschrank: Stauraum und Waschtisch als Einheit, Anschlüsse verdeckt.
  • Aufsatz-Waschtisch: elegant, aber Oberkante oft hoch, Wasser spritzt leichter.
  • Wand-Waschtisch: puristisch, kein Stauraum – in kleinen Bädern sinnvoll.

Keramikqualität entscheidet über Alltagstauglichkeit: Premiumkeramik hat eine glattere Oberfläche, Schmutz und Kalk haften kaum. Aufpreis gegenüber Standard: 15–25 %.

Badewanne: Wer nicht badet, braucht keine Wanne – der Platz ist mit einer großzügigen Dusche besser genutzt. Eine freistehende Wanne braucht mindestens 180×80 cm Stellfläche plus Umgang auf drei Seiten – unter 8 m² wirkt sie beengt. Material: Stahl-Emaille ist Acryl in Langlebigkeit und Wärmeleitung überlegen.

Armaturen: Aufputz, Unterputz, Thermostat

Einhebelmischer (Aufputz): Auf der Wand montiert, leicht austauschbar. Bei einem Defekt den Mischer abschrauben, kein Flieseneingriff.

Unterputz-Armatur: Technik hinter der Wand, sichtbar nur die Bedienplatte – optisch aufgeräumt, im Eigenheim zunehmend Standard. Nachteil: Unterputzkörper muss in der Planung exakt positioniert werden; Reparaturen sind aufwändiger.

Thermostat-Armatur: Hält die Wassertemperatur konstant, auch wenn im Haus gleichzeitig eine andere Armatur öffnet. Kein Nachjustieren, keine kalten Überraschungen. Spart Wasser: Bei Einhebelmischern fließen 3–8 Liter pro Duschvorgang ungenutzt ab, bis die Temperatur stimmt.

Design: Matt-Schwarz ist ein Trend – Trends haben Zyklen. Gebürsteter Edelstahl und Chrom wirken seit 20 Jahren zeitlos und stützen den Wiederverkaufswert besser als Modefarben.

Fliesen, Nischen und Lüftung

Großformate ab 60×60. Im Eigenheim beginnt die Auswahl bei 60×60, 60×120 oder 120×120 cm. Weniger Fugen, ruhigeres Fliesenbild, weniger Pflegeaufwand. Voraussetzung: perfekt ebener Untergrund. Das Buttering-Floating-Verfahren (Kleber auf Fliese und Untergrund) ist bei Großformaten Pflicht.

Feinsteinzeug, Rutschhemmung R10. Wasseraufnahme unter 0,5 %, robust, pflegeleicht. Für Dusch- und Badboden gilt mindestens R10 nach DIN 51130. R11 ist für gewerbliche Nassbereiche – im Privatbad unkomfortabel und schwer zu reinigen.

Mosaik: Optisch reizvoll, aber viele Fugen bedeuten mehr Pflege, schnellere Verschmutzung, höheres Risiko beim Altern der Fugen. Sinnvoll als Akzent in einer Nische, nicht als Duschboden.

Nischen: Eingemauerte Wandnischen ersetzen aufgeklebte Ablagen. Bewährt: zwei Nischen übereinander – Brusthöhe (ca. 120 cm) und Hüfthöhe (ca. 80 cm). Maße vor dem Fliesen festlegen, nachträgliche Änderungen nicht möglich.

Lüftung: Ohne ausreichende Lüftung entsteht Schimmel – unabhängig von Abdichtungsqualität. Bei Fenstern: Sicherstellen, dass das Fenster auch nach Vorwandeinbau vollständig öffnet. Bei innenliegenden Bädern: Abluftventilator mit Nachlaufrelais (10–15 Min Nachlauf) und Feuchtigkeitssensor. Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert den Lüftungs-Wärmeverlust um bis zu 90 %.

Versicherung, Haftung und Eigenleistung

Wohngebäudeversicherung vor Baubeginn informieren. Während der Bauphase besteht Gefahrerhöhung. Wird die Versicherung nicht informiert und tritt ein Schaden ein, kann die Leistung nach § 28 VVG gekürzt oder verweigert werden.

Bauherrenhaftpflicht. Wer saniert, ist Bauherr – auch im eigenen Haus. Schutz bei Schäden durch die Baustelle gegenüber Dritten. Kosten gering, Schutz im Schadensfall erheblich.

Gewährleistung versus Eigenleistung. Fachbetrieb: § 634a BGB, fünf Jahre ab Abnahme. Eigenleistung: null Jahre Gewährleistung. Versagt die selbst verlegte Abdichtung nach drei Jahren, zahlt niemand außer Ihnen. Haben Sie zusätzlich Teilleistungen selbst erbracht (z.B. Estrich), verschiebt sich bei einem Schaden die Beweislast zu Ihren Ungunsten. Bei der Abdichtung ist Eigenleistung der falsche Weg zum Sparen.

Konkrete Preise für Ihr Badprojekt

Bodenebene Dusche mit Gefälleestrich, Unterputz-Thermostatarmatur oder Standardsanierung mit Duschtasse – die Spanne ist erheblich. Was die einzelnen Ausstattungsniveaus kosten, zeigt unsere Preisseite mit verbindlichen Festpreisrahmen für Renovierung, Sanierung und Modernisierung.
Checkliste

Checkliste: Badsanierung im Eigenheim

Diese zwölf Punkte sollten Sie vor und während der Sanierung abarbeiten – Reihenfolge grob chronologisch.

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Aus der Praxis

Praxis-Tipps

Referenzen begehen, nicht nur Fotos ansehen

Mindestens drei Referenzprojekte vom ausführenden Betrieb einfordern – nicht als Fotos, sondern als begehbare Bäder. Nur das fertige Bad zeigt, ob das Wasser tatsächlich zum Ablauf läuft. 30 Minuten Besichtigung können vierstellige Folgekosten verhindern.

Zwei-Farben-Abdichtung ist nicht optional

Zwei Farben (z.B. Grau und Blau): Wo die Farbe der ersten Schicht durchscheint, fehlt Material – bei einheitlicher Farbe bleibt die Fehlstelle unsichtbar bis zum Wasserschaden. Im Angebot schriftlich bestätigen lassen.

Elektrik für Dusch-WC vorbereiten – auch wenn es aktuell keins wird

Stromanschluss hinter der Vorwandinstallation vorbereiten lassen – Kabel verlegen, Abdeckung drauf. Nachrüsten ohne Anschluss bedeutet: Vorwand öffnen, Fliesen wiederherstellen. Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zur Vorbereitung.

Vorsicht bei Eigenleistung an der Abdichtung

Versagt die selbst verlegte Abdichtung nach drei Jahren, zahlt keine Versicherung. Eigenleistung beim Demontieren, Tapezieren oder Streichen sinnvoll – bei der Abdichtung nicht.

Wärmerückgewinnung über die Lüftung mitdenken

Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung lüftet das gesamte Haus und reduziert den Lüftungs-Wärmeverlust um bis zu 90 %. KfW-Kreditkomponente prüfen – siehe Ratgeber Heizungssanierung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

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Bodenebene Dusche oder flache Duschtasse – was ist besser?

Die flache Duschtasse ist technisch am sichersten: Sie bildet selbst eine wasserdichte Wanne, Montage an einem halben Tag. Die bodenebene Dusche mit Gefälleestrich bietet maximale Gestaltungsfreiheit, verlängert aber die Bauzeit um mehrere Wochen und erfordert einen erfahrenen Betrieb. Der Kompromiss: Duschelement (Wedi, JACKOBOARD) – werksseitiges Gefälle, bodenebene Optik, kontrollierteres Risiko.
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Warum ist die Abdichtung so wichtig – sie macht doch nur fünf bis acht Prozent der Kosten aus?

Genau deshalb. Ihr Versagen verursacht den teuersten Folgeschaden – Wasserschäden können das Mehrfache der Badkosten kosten, wenn Estrich und darunterliegende Räume saniert werden. Die Abdichtung muss DIN 18534 entsprechen, im Zwei-Farben-System ausgeführt und vor dem Fliesen fotografiert werden.
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Lohnt sich ein Dusch-WC im Eigenheim?

Eine Komfortfrage. Einbau erfordert Strom- und Wasseranschluss am WC – in der Planungsphase einrechnen. Selbst wenn aktuell nicht gewünscht: Stromanschluss hinter der Vorwand vorbereiten. Nachrüsten ohne Anschluss ist aufwändig und teuer.
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Kann ich einzelne Leitungen im Bad einfach versetzen?

Waschtisch: problemlos ±1 m. WC ±2 m: Abwasserleitung (DN 90/100) mit 1,5 % Gefälle neu verlegen. Bei ±3 m kann das Gefälle die darunterliegende Decke durchstoßen – dann Hebeanlage nötig (wartungsintensiv, geräuschvoll). Vor der Planung mit dem Sanitärinstallateur klären.
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Welche Rutschhemmung brauchen die Bodenfliesen im Bad?

Mindestens R10 nach DIN 51130 – für Dusch- und Badboden. R10 bietet ausreichend Grip barfuß, ohne unangenehm rau zu werden. R11 ist für Schwimmbäder und öffentliche Duschen gedacht – im Privatbad unkomfortabel.
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Was bedeutet Barrierefreiheit konkret – und lohnt sich der Mehraufwand?

Türbreite ≥ 80 cm, bodenebene Dusche, WC-Sitzhöhe 46 cm, R10 auf dem gesamten Boden, Haltegriff-Befestigungen (Metalleinlage hinter der Fliese), Bewegungsfläche 120×120 cm vor WC und Waschtisch. Mehraufwand 8–15 %. Wer mit 45 barrierearm saniert, sichert 30 Jahre Komfort und steigert den Wiederverkaufswert.
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Wie lange dauert eine Eigenheim-Badsanierung?

Mit flacher Duschtasse oder Duschelement: 2–3 Wochen reine Bauzeit. Mit Gefälleestrich: zusätzlich 4–6 Wochen Trocknungszeit – Gesamtdauer 6–8 Wochen. Ausweichlösung einplanen.

Badsanierung aus einer Hand – planen und umsetzen

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Normen & Quellen

  • DIN 18534-1:2017-07: Abdichtung von Innenräumen – Beanspruchungsklassen W0-I bis W3-I
  • DIN 18560: Estriche im Bauwesen (Gefälleestrich für bodenebene Duschen)
  • DIN 51130: Rutschhemmung – R-Klassen für Bodenfliesen im Bad (mindestens R10)
  • DIN 1988-200: Planung von Trinkwasser-Installationen
  • DIN EN 1717: Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen
  • DIN EN 12056-2: Schwerkraftentwässerungssysteme – Mindestgefälle Abwasserleitungen
  • DVGW-Arbeitsblatt W 551: Trinkwassererwärmung und Leitungsanlagen
  • ZVSHK-Merkblatt: Abdichtung im Verbund – Verarbeitungshinweise
  • § 634a BGB: Gewährleistung Werkvertrag – 5 Jahre ab Abnahme

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