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Fassadendämmung Kosten: WDVS Preise 2026 – Der Eigenheim-Ratgeber

Fassadendämmung Kosten: WDVS Preise 2026 – Der Eigenheim-Ratgeber

WDVS, Innendämmung oder hinterlüftete Fassade? Dämmstoffe, Förderung und Ablauf verständlich erklärt

Die Fassade ist Ihr größter Wärmeverlust-Hotspot: Ein ungedämmtes Einfamilienhaus aus den 70er Jahren verliert rund ein Drittel der Heizenergie über die Außenwände. Ein Wärmedämmverbundsystem senkt den Bedarf spürbar, macht den Wohnraum behaglicher und wird über BAFA und KfW mit bis zu 20 Prozent gefördert. Wichtig: Seit der GEG-Novelle gelten für Eigentümerwechsel Sanierungspflichten – wer kauft oder erbt, muss binnen zwei Jahren reagieren.

Die Außenwand entscheidet maßgeblich darüber, wie viel Heizenergie ein Haus verbraucht. Bei Gebäuden bis Baujahr 1978 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – entweicht rund 30 bis 35 Prozent der Heizwärme durch die ungedämmte Fassade. Selbst Häuser aus den 80er Jahren mit 4 cm Dämmung erreichen heute nicht mehr die GEG-Anforderungen.

Ein modernes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit 14–16 cm Dämmstärke bringt die Außenwand auf einen U-Wert von 0,20 W/m²K oder besser. Das halbiert den Wärmeverlust gegenüber einem unsanierten Altbau. Gleichzeitig verschwinden kalte Wandoberflächen, Schimmelecken und Zugluft-Phänomene – das Wohngefühl verändert sich spürbar.

Aber Fassadendämmung ist kein Selbstläufer. Falsche Dämmstoffe, unfachmännische Montage oder fehlende Perimeterdämmung im Sockelbereich führen zu Feuchtigkeit, Rissen und Schimmel. Dieser Ratgeber erklärt, welches System für welches Baujahr passt, worauf Sie bei Dämmstoffen, Ausführung und Förderung achten müssen – und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Fassadendämmung spart 20–40 Prozent Heizenergie – mit Abstand die wirksamste Einzelmaßnahme am Eigenheim
GEG §47: Käufer oder Erben müssen binnen 2 Jahren Oberste Geschossdecke und Heizung modernisieren – Fassade folgt oft im Zuge der Sanierung
BAFA-Förderung 15 Prozent (20 Prozent mit iSFP) auf alle Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
Epochen-Übersicht

Fassade nach Baujahr – typische Zustände und Handlungsbedarf

Anhand des Baujahres lässt sich der Zustand und der sinnvolle Sanierungsweg gut einschätzen. Diese Übersicht hilft bei der ersten Orientierung.

1

Vor 1960

Oberfläche: Massivmauerwerk aus Ziegel oder Bruchstein, Kalkputz, keine Dämmung

Problem: U-Wert um 1,5 W/m²K – Faktor 7 zu schlecht. WDVS 14–16 cm oder Innendämmung bei Klinkerfassade. Bei Denkmalschutz hinterlüftete Fassade prüfen.

2

1960er–1970er

Oberfläche: Hohlblocksteine, Kunststein-Verblendung, erste mineralische Putze, oft Waschbeton-Elemente

Problem: U-Wert 1,2–1,4 W/m²K. Klassischer Fall für WDVS. Waschbeton muss teils abgebrochen werden – Mehrkosten einplanen.

3

1980er

Oberfläche: Zweischaliges Mauerwerk, 4–6 cm Dämmkern, Klinker- oder Putzfassade

Problem: Erste Wärmeschutzverordnung, aber veraltet (U-Wert 0,8). Kerndämmung einblasen oder WDVS über Putzfassade – hinterlüftete Fassade bei Klinker.

4

1990er

Oberfläche: 6–8 cm EPS-Dämmung, Mineralputz, teils erste WDVS-Systeme

Problem: U-Wert 0,4–0,5 W/m²K. Aufdopplung mit zusätzlichen 8–10 cm möglich und förderfähig – wirtschaftlich prüfen.

5

Ab 2000

Oberfläche: 10–14 cm WDVS nach EnEV, moderne Putzsysteme

Problem: U-Wert 0,24–0,28 – grenzwertig nach GEG. Meist kein Handlungsbedarf, bei Schäden aber Aufdopplung möglich.

Entscheidungshilfe

Welches Dämmsystem passt zu Ihrem Haus?

Diese Entscheidungshilfe führt Sie in vier Schritten zum passenden System – vom klassischen WDVS bis zur hinterlüfteten Vorhangfassade.

1

Steht Ihr Haus unter Denkmalschutz oder hat eine Sichtfassade aus Klinker, Sichtbeton oder Naturstein?

Ja Ja

WDVS scheidet aus – Innendämmung (bei Klinker) oder hinterlüftete Fassade mit sichtbarer Verkleidung prüfen. Alternativ Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk.

Nein Nein

WDVS ist die wirtschaftlichste Option – weiter prüfen.

2

Ist die Außenwand ungedämmt oder unter 8 cm alte Dämmung?

Ja Ja

Vollsanierung mit WDVS 14–16 cm lohnt sich – Amortisation meist binnen 12–15 Jahren über Heizkostenersparnis plus Förderung.

Nein Nein

Aufdopplung (zusätzliche 8–10 cm auf bestehende Dämmung) prüfen. Fachbetrieb muss Untergrund und Statik beurteilen.

3

Steht ohnehin ein Fassadenanstrich oder Putzerneuerung an?

Ja Ja

Idealer Zeitpunkt! Gerüst steht sowieso, Mehrkosten für Dämmung deutlich geringer als bei separatem Projekt. Förderung nutzen.

Nein Nein

Mit Energieberater iSFP-Zeitplan erstellen – ermöglicht den 5-Prozent-Bonus und koordinierte Reihenfolge.

4

Wohnen Sie selbst im Haus und bleiben Sie langfristig?

Ja Ja

Höherwertige Dämmstoffe (Mineralwolle, Holzfaser) und dickere Dämmstärken rechnen sich – Sie profitieren 20+ Jahre.

Nein Nein

Bei Verkauf in 5–10 Jahren: Standard-WDVS mit EPS-Dämmung genügt meist. Wertsteigerung prüfen – energetischer Standard wird Kaufargument.

GEG-Pflichten: Was das Gebäudeenergiegesetz verlangt

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist seit 2020 das zentrale Regelwerk für Energieeffizienz im Bestand. Für Eigenheimbesitzer sind drei Punkte besonders relevant.

§47 GEG – Nachrüstpflicht bei Eigentümerwechsel: Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus kauft oder erbt und selbst nicht bereits seit 2002 Eigentümer war, muss binnen 2 Jahren: die Oberste Geschossdecke dämmen (U-Wert ≤ 0,24 W/m²K) und Heizungen älter als 30 Jahre austauschen. Die Fassadendämmung ist zwar nicht unmittelbar pflichtig, wird aber oft im Zuge der Gesamtsanierung angefasst.

Bedingte Anforderungen bei Sanierung (§48 GEG): Sobald mehr als 10 Prozent der Fassadenfläche erneuert werden, muss die neue Konstruktion einen U-Wert von 0,24 W/m²K oder besser erreichen. Ein reiner Fassadenanstrich ohne Dämmung ist bei großen Flächen damit faktisch ausgeschlossen.

Energieausweis bei Verkauf und Vermietung: Pflicht seit 2014. Schlechte Werte (Klasse G oder H) drücken den Verkehrswert messbar. Eine Fassadendämmung hebt die Effizienzklasse typischerweise um 2–3 Stufen.

| GEG-Anforderung | U-Wert maximal | Praktische Bedeutung | |-----------------|----------------|----------------------| | Außenwand (Sanierung > 10 Prozent) | 0,24 W/m²K | Entspricht ca. 14 cm EPS oder 16 cm Mineralwolle | | Oberste Geschossdecke (Pflicht) | 0,24 W/m²K | 14–18 cm Dämmung über der obersten Decke | | Kellerdecke (empfohlen) | 0,30 W/m²K | 8–10 cm Dämmung unter der Kellerdecke |

Wichtig: Der Energieberater ist bei größeren Maßnahmen Pflicht – und ermöglicht zugleich den iSFP-Bonus von 5 Prozent zusätzlicher BAFA-Förderung.

Dämmstoffe im Vergleich: EPS, Mineralwolle, Holzfaser oder Resol?

Der Dämmstoff entscheidet über Lebensdauer, Brandschutz und Ökologie. Vier Materialien dominieren den deutschen Markt.

EPS (Polystyrol, umgangssprachlich Styropor): Der Klassiker im WDVS. Niedrige Wärmeleitgruppe (035 bei Standard, 032 bei grauem EPS), günstiger Preis, einfache Verarbeitung. Nachteile: brennbar (Brandriegel alle 2 Geschosse Pflicht), nicht diffusionsoffen, Entsorgung wegen HBCD-Altlasten aufwendig. Rund 75 Prozent aller WDVS in Deutschland werden mit EPS ausgeführt.

Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle): Nicht brennbar (Euroklasse A1), diffusionsoffen, hervorragender Schallschutz. Wärmeleitgruppe 032–035, etwas teurer als EPS. Keine Brandriegel nötig – ab Hochhaushöhe meist Pflichtmaterial. Für Eigenheimbesitzer mit Sicherheitsfokus die beste Wahl.

Holzfaserdämmplatten: Ökologisch, diffusionsoffen, hoher Hitzeschutz im Sommer durch hohe Wärmespeicherkapazität. Wärmeleitgruppe 038–042 – daher größere Dämmstärken nötig. Preislich 40–60 Prozent teurer als EPS. Ideal für Liebhaber nachhaltiger Materialien und Holzhäuser.

Resol-Hartschaum (Phenolharz): Premium-Dämmstoff mit Wärmeleitgruppe 022 – schlankste Dämmstärken bei bester Dämmwirkung. Teuer (2–3× EPS), aber unschlagbar bei knappen Platzverhältnissen, etwa wenn Dachüberstand oder Sockelanschluss wenig Spielraum lassen.

| Dämmstoff | λ-Wert W/(m·K) | Dämmstärke für U=0,20 | Brandklasse | Preisniveau | |-----------|----------------|------------------------|-------------|-------------| | EPS grau | 0,032 | ca. 14 cm | B1 (normal entflammbar) | günstig | | Mineralwolle | 0,035 | ca. 16 cm | A1 (nicht brennbar) | mittel | | Holzfaser | 0,040 | ca. 18 cm | B2 (normal entflammbar) | hoch | | Resol-Hartschaum | 0,022 | ca. 10 cm | B1 | sehr hoch |

Empfehlung für das klassische Einfamilienhaus: EPS grau bei knappem Budget, Mineralwolle bei Sicherheits- und Schallschutzanspruch, Holzfaser wenn Ökologie Priorität hat.

WDVS, Innendämmung oder hinterlüftete Fassade?

Drei Systeme stehen zur Auswahl – jedes hat klare Anwendungsbereiche.

WDVS (Wärmedämmverbundsystem): Dämmplatten werden direkt auf die Außenwand geklebt und gedübelt, darüber kommt Armierungsgewebe, Unterputz und Oberputz. Der Aufbau ist rund 15–20 cm dick. Vorteile: beste Wirtschaftlichkeit, erprobtes System, große Farbvielfalt beim Oberputz. Nachteile: verändert das Fassadenbild, nicht bei Klinker- oder Denkmalfassaden einsetzbar. Etwa 80 Prozent aller Fassadendämmungen in Deutschland sind WDVS.

Innendämmung: Dämmung wird raumseitig vor die Außenwand montiert – meist mit kapillaraktiven Calciumsilikat- oder Mineralschaum-Platten. Pflicht bei denkmalgeschützten Fassaden und Klinker-Sichtmauerwerk, das nicht überdeckt werden soll. Kritisch: Taupunkt-Berechnung unbedingt durch Bauphysiker! Falsche Innendämmung führt zu Schimmel hinter der Dämmplatte. Nachteil: Wohnflächenverlust (4–6 cm pro Wand), komplizierter bei Fenster- und Heizungsanschlüssen.

Hinterlüftete Vorhangfassade: Eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall hält Dämmung und Verkleidung getrennt – zwischen beiden liegt eine belüftete Luftschicht. Verkleidung wahlweise aus Holz, Faserzement, Metallkassetten oder Keramikplatten. Vorteile: langlebigstes System (Lebensdauer 50+ Jahre), beste Feuchtigkeitsregulierung, große Gestaltungsfreiheit. Nachteile: mit Abstand teuerstes System, baurechtlich in Reihenhauszeilen teils aufwendig.

Kerndämmung: Sonderfall bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht. Dämmstoff (meist EPS-Granulat oder Perlite) wird durch Bohrlöcher eingeblasen. Günstig und unauffällig – aber nur möglich, wenn Luftschicht mindestens 4 cm misst und frei von Schuttresten ist.

Faustregel: Putzfassade → WDVS, Klinkerfassade → Kerndämmung oder Innendämmung, Denkmalschutz → Innendämmung oder hinterlüftet, Neubau-Charakter gewünscht → hinterlüftete Fassade.

Schimmelrisiko und Taupunkt: Die häufigsten Planungsfehler

Eine falsch geplante Fassadendämmung verursacht mehr Schäden als keine. Der Grund: Durch Dämmung verschiebt sich der Taupunkt – die Stelle, an der warme Raumluft an kalten Oberflächen kondensiert – in die Konstruktion hinein.

Typische Fehler im Altbau:

  • Innendämmung ohne Dampfbremse: Raumfeuchtigkeit gelangt in die kalte Außenwand, kondensiert und fördert Schimmel hinter der Dämmplatte.
  • Wärmebrücken an Fensterlaibungen: Wenn die Laibung nur oberflächlich mitgedämmt wird (Mindestens 2 cm Dämmstärke!), kondensiert Feuchtigkeit an der Laibungsecke.
  • Vernachlässigter Sockelanschluss: Perimeterdämmung am Sockelbereich (XPS, 8–10 cm, bis 30 cm unter Gelände) ist Pflicht. Ohne sie entsteht eine Wärmebrücke am Übergang Fassade–Erdreich.
  • Attika- und Rollladenkastenanschlüsse: Werden oft vergessen. Hier gehört Kompriband, Dämmstoff im Kasten und ein sauberer Sockelprofil-Anschluss.

Lüftungskonzept: Pflicht nach DIN 1946-6

Bei größeren Sanierungsmaßnahmen muss ein Lüftungskonzept erstellt werden. Das ist kein Formalismus – wer ein Haus dämmt und die Fenster erneuert, macht es luftdicht. Ohne ausreichende Lüftung steigt die Raumluftfeuchte, Schimmel an den dann wärmsten Stellen (meist Raumecken in Außenwänden) ist die Folge. Lösungen: Fensterfalzlüfter, dezentrale Wohnraumlüfter, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Praxistipp: Lassen Sie bei der Planung immer eine Taupunktberechnung (Glaserverfahren oder WUFI-Simulation) durchführen. Bei Innendämmung ist sie unverzichtbar – bei WDVS Pflicht, sobald Sonderbauteile wie Holzbalkenköpfe in der Außenwand liegen.

BEG-Förderung 2026: BAFA-Zuschuss und KfW-Kredit

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet zwei Wege: direkte Zuschüsse über das BAFA für einzelne Maßnahmen und zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss über die KfW bei Komplettsanierungen.

BAFA Einzelmaßnahmen (BEG EM):

  • 15 Prozent Zuschuss auf förderfähige Kosten der Fassadendämmung
  • Zusätzlich 5 Prozent iSFP-Bonus bei individuellem Sanierungsfahrplan (Energieberater erforderlich)
  • Maximale förderfähige Kosten: 30.000 € je Wohneinheit pro Kalenderjahr (60.000 € mit iSFP)
  • Mindestanforderung: U-Wert Außenwand ≤ 0,20 W/m²K nach Sanierung
  • Antrag VOR Auftragserteilung stellen – nachträgliche Anträge werden abgelehnt

KfW 261 Wohngebäude – Kredit:

  • Bei Sanierung zum Effizienzhaus (EH 85 bis EH 40 EE)
  • Kreditbetrag bis 150.000 € je Wohneinheit
  • Tilgungszuschuss 5 bis 45 Prozent – abhängig vom erreichten Effizienzhaus-Standard
  • Fassade ist Teil der Gesamtmaßnahme, keine Einzelförderung
  • Pflicht: Energieeffizienz-Experte (Liste der Deutschen Energie-Agentur)

NRW.BANK Programme:

Zusätzlich zu Bundesprogrammen bietet NRW regionale Ergänzungen, etwa progres.nrw Klimaschutztechnik. Die Programme ändern sich häufig – aktuelle Konditionen auf www.nrwbank.de prüfen.

Steuerliche Alternative (§35c EStG):

Wer Förderung nicht nutzen will oder kann, setzt energetische Sanierungen steuerlich ab: 20 Prozent der Kosten über 3 Jahre verteilt, maximal 40.000 € pro Objekt. Achtung: Nicht kombinierbar mit BAFA oder KfW!

Reihenfolge in der Praxis:

1. Energieberater beauftragen (BAFA fördert die Beratung selbst mit 50–80 Prozent) 2. iSFP erstellen lassen (Sanierungsfahrplan mit Zeitachse) 3. Förderantrag stellen (BAFA-Portal online) 4. Nach Zuwendungsbescheid: Auftrag erteilen 5. Nach Fertigstellung: Nachweis einreichen (TPB = Technischer Projektnachweis) 6. Auszahlung binnen 4–8 Wochen

Verbindliche Beträge und Konditionen auf der Preisseite unseres Konfigurators – wir kalkulieren im Beratungsgespräch die passende Förderkombination für Ihre Situation.

Ablauf einer WDVS-Fassadensanierung Schritt für Schritt

Eine professionelle WDVS-Sanierung am Einfamilienhaus dauert bei guter Witterung 3–5 Wochen. Die Arbeiten gliedern sich in sieben klare Phasen.

1. Gerüst stellen (1 Tag): Ein nach DIN 4420 geprüftes Baugerüst umschließt das gesamte Gebäude. Rechnen Sie mit Gerüstmieten von 3–6 Wochen. Wichtig: Netzabdeckung gegen Putzspritzer bei Nachbargrundstücken.

2. Bestandsaufnahme und Haftprüfung (1 Tag): Alte Fassade reinigen (Hochdruckreiniger), loses Material entfernen, Haftzugprüfung durchführen. Alte, intakte Putze können erhalten bleiben – Risse müssen vorher saniert werden.

3. Dämmplatten kleben und dübeln (5–8 Tage): Dämmplatten werden mit Kleber im Wulst-Punkt-Verfahren oder vollflächig auf die Wand gesetzt. Nach 24 Stunden Trocknung zusätzliche Dübelung (Schraubdübel, 6–8 Stück pro m² je nach Windlastzone). Stoßfugen müssen dicht sein – spätere Risse entstehen hier!

4. Gewebearmierung (2–3 Tage): Auf die Dämmplatten kommt ein 3–5 mm dicker Armierungsmörtel, darin wird ein alkalibeständiges Glasfasergewebe eingebettet. An Öffnungen (Fenster, Türen) zusätzliche diagonale Gewebestreifen – sie verhindern Spannungsrisse.

5. Grundputz (2–3 Tage): Über die Armierung kommt ein durchgehender Grundputz, der als Untergrund für den Oberputz dient. Aushärtezeit 1 Tag je mm Putzdicke.

6. Oberputz und Farbe (3–5 Tage): Der Oberputz (Mineralputz, Silikatputz oder Silikonharzputz) wird in der gewählten Körnung aufgetragen und strukturiert (Reibe-, Kratz- oder Scheibenputz). Bei helleren Farbtönen reicht der pigmentierte Putz – dunkle Farben erfordern zusätzlichen Anstrich.

7. Sockel, Anschlüsse und Details (2–4 Tage): Perimeterdämmung mit XPS am Sockel, Fensterlaibungen dämmen, Attika-Abdeckungen setzen, Rollladenkästen dämmen, Fallrohre wieder montieren. Diese Detailarbeiten entscheiden über die Qualität des Gesamtergebnisses.

Gesamtdauer: 3–5 Wochen netto bei idealem Wetter. Regen, Frost unter 5 °C oder Hitze über 30 °C stoppen die Putzarbeiten. Plan-Puffer: 1–2 Wochen einrechnen.

Qualitätsmerkmale: So erkennen Sie einen guten Fachbetrieb

Fassadendämmung gehört zu den Gewerken mit hohem Pfuschrisiko. Schlecht ausgeführte Arbeit zeigt sich oft erst nach 3–5 Jahren – dann aber massiv. Achten Sie auf diese Qualitätsmerkmale.

Zertifizierungen und Mitgliedschaften:

  • RAL-Gütesicherung WDVS (Gütegemeinschaft Wärmedämm-Verbundsysteme)
  • Mitgliedschaft im VDPM (Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel) oder Fachverband WDVS
  • Systemherstellerzertifizierung (STO, Brillux, Caparol, WEBER): Handwerker werden geschult und auf Systeme eingewiesen

Systemgebundene Komponenten:

Premium-Hersteller bieten geprüfte Gesamtsysteme – Dämmplatten, Kleber, Gewebe, Putze aus einer Hand. Das ist wichtig, weil die Bauteile aufeinander abgestimmt sein müssen. Gewährleistung verlängert sich bei Systemlösungen oft von 5 auf 10 Jahre.

Dokumentation und Übergabe:

  • Bautagebuch mit Fotodokumentation aller Gewerke
  • Verputz- und Aushärtetemperaturen dokumentiert
  • Abnahmeprotokoll mit beiden Parteien unterschrieben
  • Produktdatenblätter der eingesetzten Materialien
  • Bei Förderantrag: Technischer Projektnachweis (TPB) vom Energieberater

Typische Pfusch-Merkmale (Warnzeichen):

  • Dämmplatten ohne Verklebung nur gedübelt → Stoßfugen reißen auf
  • Dübel zu kurz (muss mindestens 2 cm in Tragschicht reichen) → Platten werden mit der Zeit locker
  • Fehlendes Gewebe an Öffnungen → Diagonalrisse an Fensterecken nach 2–3 Jahren
  • Sockel endet auf Erdniveau statt 30 cm unter Gelände → Feuchtigkeit zieht durch Kapillarwirkung hoch
  • Rollladenkästen innen nicht gedämmt → Wärmebrücke, kondensierende Feuchte

Unser Ansatz: neurealis arbeitet in Dortmund und Bochum ausschließlich mit systemgeprüften WDVS-Herstellern und dokumentiert jede Baustelle mit Fotoprotokoll. Als Generalunternehmer für Komplettsanierungen koordinieren wir alle Gewerke – von Fassade über Fenster bis zur Heizung – aus einer Hand.

Wann rechnet sich die Investition?

Eine Fassadendämmung ist keine Anlageform, sondern eine energetische Infrastruktur-Investition. Trotzdem lohnt der Blick auf die Wirtschaftlichkeit.

Heizkostenersparnis pro Jahr:

Ein unsaniertes 150-m²-Einfamilienhaus mit Öl- oder Gasheizung verbraucht oft 25.000–35.000 kWh pro Jahr. Bei aktuellen Gaspreisen entstehen daraus Heizkosten im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich pro Jahr. Nach Fassadendämmung sinkt der Verbrauch typischerweise um 20–30 Prozent – das führt zu einer deutlichen Heizkosten-Ersparnis pro Jahr.

Rechenbeispiel Einfamilienhaus 150 m² Wohnfläche:

  • Fassadenfläche (ohne Öffnungen): ca. 180 m²
  • Investition WDVS brutto: je nach System und Region – siehe Preisseite für konkrete Beträge
  • BAFA-Förderung: 15 Prozent (20 Prozent mit iSFP)
  • Netto-Investition nach Förderung: ca. 80 Prozent der Brutto-Summe
  • Heizkostenersparnis: ein bedeutender vierstelliger Betrag pro Jahr (Mittelwert)
  • Amortisationszeit: 12–15 Jahre bei aktuellen Energiepreisen – verkürzt sich bei steigenden Preisen spürbar

Wertsteigerung der Immobilie:

Energetisch sanierte Einfamilienhäuser erzielen beim Verkauf 5–15 Prozent höhere Preise als unsanierte Vergleichsobjekte. Der Energieausweis ist Pflicht – schlechte Klassen (G/H) werden zunehmend zum Preisabschlag.

Zusatzeffekte, die nicht in der Rechnung stehen:

  • Höherer Wohnkomfort durch warme Wandoberflächen und weniger Zugluft
  • Geringere Schimmelanfälligkeit
  • Schallschutz zur Straße (bei Mineralwolle +5 dB)
  • Geschützte Bausubstanz – Fassadenputz hält 30–40 statt 15–20 Jahre

Fazit zur Wirtschaftlichkeit: Die Amortisation über Heizkosten allein dauert etwas über ein Jahrzehnt. Rechnet man Wertsteigerung und Komfortgewinn ein, ist die Fassadendämmung eine der wenigen Bauinvestitionen, die sich auch ökonomisch sicher trägt – zumal Energiepreise mittelfristig eher steigen als sinken.

Checkliste

Checkliste: Fassadendämmung planen und umsetzen

Diese 12 Punkte sollten Sie vor und während der Fassadendämmung abarbeiten – von der ersten Planung bis zur Abnahme.

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Aus der Praxis

Praxis-Tipps

Dämmen Sie nie nur die Fassade – Gesamtkonzept denken

Wer nur die Fassade dämmt und Fenster, Dach und Keller unverändert lässt, schafft neue Schwachstellen. Die alten Bauteile werden zu den kältesten Flächen – hier kondensiert Feuchtigkeit, hier entsteht Schimmel. Ein Energieberater erstellt im iSFP die richtige Reihenfolge: meist erst Dach und Oberste Geschossdecke, dann Fenster, dann Fassade, dann Heizung und Kellerdecke.

Fassadensanierung mit Fenstertausch koppeln

Wenn Fenster sowieso getauscht werden, machen Sie es zuerst – dann sitzen die neuen Fenster bereits in der richtigen Einbauebene für die spätere Dämmebene. Das verhindert Wärmebrücken an den Anschlüssen und spart Kosten, weil das Gerüst nur einmal gestellt wird. Die RAL-Montage der Fenster wird bei späterem WDVS-Aufbau mitberücksichtigt.

iSFP-Bonus mitnehmen – rechnet sich fast immer

Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) bewegt sich im niedrigen vierstelligen Bereich, wird aber vom BAFA mit bis zu 50 Prozent bezuschusst (Energieberatungsförderung, gedeckelt) – nach Förderung bleiben nur noch geringe Eigenanteile. Dafür erhöht sich die Fassaden-Förderung um 5 Prozent – bei einer typischen WDVS-Maßnahme macht das einen spürbaren zusätzlichen BAFA-Zuschuss aus. Der iSFP zahlt sich fast immer aus und gibt Ihnen zugleich einen strukturierten Sanierungsplan für die nächsten 15 Jahre. Details zu aktuellen [Preisen und Förderung](/preise/).

Mineralische Putze bevorzugen – besserer Algenschutz

WDVS-Fassaden mit günstigen Kunstharzputzen veralgen in Nordlagen oft schon nach 3–5 Jahren (grüne Schleier, vor allem an Nord- und Schattenseiten). Mineralische Silikat- oder Silikonharzputze sind atmungsaktiver und weniger anfällig. Mehrpreis pro m² moderat, Wartungsaufwand deutlich geringer. In Bochum und Dortmund mit viel Niederschlag besonders relevant.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

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Wie dick muss eine moderne Fassadendämmung sein?

Für die GEG-Anforderung (U-Wert ≤ 0,24 W/m²K) reichen 12–14 cm EPS. Für die BAFA-Förderung (U ≤ 0,20) sollten es 14–16 cm sein. Bei Mineralwolle wegen höherer Wärmeleitzahl 2 cm mehr. Resol-Hartschaum schafft die gleichen Werte mit nur 10 cm – relevant bei engen Platzverhältnissen.
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Ist Fassadendämmung bei einem Klinkerhaus überhaupt sinnvoll?

Ja, aber nicht als WDVS – die Klinkerfassade würde verschwinden. Bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht bietet sich Kerndämmung an: Dämmgranulat oder -flocken werden durch kleine Bohrlöcher eingeblasen. Bei einschaligem Klinker kommt Innendämmung mit kapillaraktiven Platten in Frage – mit Bauphysiker-Prüfung wegen Taupunkt-Risiko.
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Brennt ein WDVS mit EPS wirklich?

EPS ist brennbar (B1, normal entflammbar), in Deutschland aber flammgeschützt eingestellt. Pflicht sind Brandriegel aus Mineralwolle alle 2 Geschosse – sie verhindern, dass sich ein Fassadenbrand nach oben ausbreitet. Bei Hochhäusern ab 22 m Höhe ist EPS unzulässig. Für Einfamilienhäuser gilt EPS als sicher, sofern korrekt ausgeführt. Wer maximale Brandsicherheit will, wählt Mineralwolle (A1, nicht brennbar).
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Welche Förderung gibt es für Fassadendämmung 2026?

BAFA fördert Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar 20 Prozent. Maximale förderfähige Kosten: 30.000 € je Wohneinheit und Jahr (mit iSFP 60.000 €). Alternativ KfW 261 bei Komplettsanierung zum Effizienzhaus mit Krediten bis 150.000 € und Tilgungszuschuss bis 45 Prozent. Antrag immer vor Auftragserteilung stellen.
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Wie lange hält eine Fassadendämmung?

Bei fachgerechter Ausführung hält ein WDVS 40–50 Jahre. Der Oberputz braucht nach 20–25 Jahren meist einen neuen Anstrich. Die Dämmplatten selbst (EPS, Mineralwolle) verlieren praktisch keine Dämmwirkung über die Lebensdauer. Hinterlüftete Fassaden halten oft 50+ Jahre. Entscheidend: saubere Sockel-, Fenster- und Dachanschlüsse – hier entstehen die meisten späteren Schäden.
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Was passiert mit Dachüberstand, Rollläden und Fallrohren?

Alle Fassadenelemente müssen demontiert und nach der Dämmung neu montiert werden – oft mit längeren Befestigungen. Rollladenkästen werden innen gedämmt und bekommen neue Führungsschienen. Fallrohre werden verlängert oder umgesetzt. Dachüberstände unter 30 cm werden bei dicker Dämmung knapp – dann müssen Ortgang-Bretter verlängert werden. Diese Detailarbeiten gehören ins Angebot – fragen Sie explizit nach.
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Kann ich eine vorhandene Dämmung einfach aufdoppeln?

Ja, das ist bei Häusern aus den 1990er Jahren häufig die wirtschaftlichste Lösung. Auf die vorhandenen 6–8 cm werden 8–10 cm zusätzliche Dämmung geklebt und gedübelt. Voraussetzung: bestehende Dämmung sitzt fest, alter Putz zeigt keine Risse oder Hohlstellen. Der Fachbetrieb prüft das mit Haftzug- und Klopfprobe. Aufdopplung ist auch voll BAFA-förderfähig, solange der neue Gesamt-U-Wert die Grenzwerte erfüllt.

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Normen & Quellen

  • GEG §47: Nachrüstpflichten bei Eigentümerwechsel (Oberste Geschossdecke, Heizung)
  • GEG §48: Anforderungen bei Sanierung der Gebäudehülle (U-Wert Außenwand ≤ 0,24 W/m²K)
  • DIN 4108: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
  • DIN 4420: Arbeits- und Schutzgerüste – Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion
  • DIN 1946-6: Raumlufttechnik – Lüftung von Wohnungen
  • BAFA Richtlinie BEG EM: Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen
  • RAL-Gütesicherung WDVS: Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM)

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