Der Marktstandard hat sich in den letzten zehn Jahren stark verschoben. Was 2010 als hochwertig galt, gilt heute als Einstiegsqualität. 3-fach-Wärmeschutzglas ist Pflicht, wenn Fördergeld fließen soll. Rahmenprofile mit 6 bis 7 Dichtungskammern sind üblich. Pilzkopfverriegelungen gehören zur Grundausstattung, nicht mehr zum Aufpreis-Paket.
In diesem Ratgeber bekommen Sie einen strukturierten Blick auf Kennzahlen (Ug, Uw, g-Wert, Rw, RC), Rahmenmaterialien, Montageverfahren nach RAL, Zusatzelemente wie Rollläden und Dachfenster sowie die Förderkulisse 2026. Ziel: Sie können mit dem Fensterbauer auf Augenhöhe sprechen – und erkennen, wenn ein Angebot zu günstig wirkt, um seriös zu sein.
Welche Fenster Sie im Haus vermutlich vorfinden
Das Baujahr verrät viel über den energetischen Zustand Ihrer Fenster. Diese Übersicht hilft bei der ersten Einschätzung, ob Austausch, Scheibentausch oder Abwarten sinnvoll ist.
| Baujahr | Typische Oberfläche | Typisches Problem |
|---|---|---|
| Vor 1970 | Einfachverglasung in Holz- oder Stahlrahmen, Kittfalz, keine Dichtungsebene | Ug-Wert um 5,8 W/m²K – praktisch ungedämmt. Kondenswasser im Winter, Zugluft am Rahmen. Austausch ist alternativlos. |
| 1970er bis Mitte 80er | Erste Isolierverglasung (2-Scheiben, 4–12–4 mm), einfache Kunststoff- oder Holzrahmen | Ug 2,8–3,0 W/m²K, Dichtungen meist porös, Beschläge ausgeschlagen. Energetisch veraltet, Austausch empfohlen. |
| Späte 80er bis Mitte 90er | Isolierglas mit ersten Beschichtungen, Kunststoffrahmen mit 3–4 Kammern | Ug 1,8–2,2 W/m²K. Technisch überholt, bei ohnehin anstehender Fassadensanierung mitwechseln. |
| 1995 bis 2005 | 2-fach-Wärmeschutzglas mit Edelgasfüllung (Argon), Kunststoff- oder Holzrahmen | Ug 1,0–1,4 W/m²K. Noch akzeptabel, aber nicht mehr förderfähig. Austausch bei GEG-Anlass oder Hüllsanierung. |
| Ab 2010 | 3-fach-Wärmeschutzverglasung, Kunststoff- oder Holz-Alu-Rahmen | Ug 0,5–0,7 W/m²K, Uw ≤ 0,95. Kein Handlungsbedarf, außer einzelne defekte Rahmen oder Beschläge. |
Vor 1970
Oberfläche: Einfachverglasung in Holz- oder Stahlrahmen, Kittfalz, keine Dichtungsebene
Problem: Ug-Wert um 5,8 W/m²K – praktisch ungedämmt. Kondenswasser im Winter, Zugluft am Rahmen. Austausch ist alternativlos.
1970er bis Mitte 80er
Oberfläche: Erste Isolierverglasung (2-Scheiben, 4–12–4 mm), einfache Kunststoff- oder Holzrahmen
Problem: Ug 2,8–3,0 W/m²K, Dichtungen meist porös, Beschläge ausgeschlagen. Energetisch veraltet, Austausch empfohlen.
Späte 80er bis Mitte 90er
Oberfläche: Isolierglas mit ersten Beschichtungen, Kunststoffrahmen mit 3–4 Kammern
Problem: Ug 1,8–2,2 W/m²K. Technisch überholt, bei ohnehin anstehender Fassadensanierung mitwechseln.
1995 bis 2005
Oberfläche: 2-fach-Wärmeschutzglas mit Edelgasfüllung (Argon), Kunststoff- oder Holzrahmen
Problem: Ug 1,0–1,4 W/m²K. Noch akzeptabel, aber nicht mehr förderfähig. Austausch bei GEG-Anlass oder Hüllsanierung.
Ab 2010
Oberfläche: 3-fach-Wärmeschutzverglasung, Kunststoff- oder Holz-Alu-Rahmen
Problem: Ug 0,5–0,7 W/m²K, Uw ≤ 0,95. Kein Handlungsbedarf, außer einzelne defekte Rahmen oder Beschläge.
Tauschen, Scheibentausch oder Nachrüsten?
Nicht jedes alte Fenster muss raus. Diese Fragen helfen bei der Entscheidung zwischen Komplettaustausch, reinem Glastausch und einfacher Nachrüstung.
Sind die Rahmen verzogen, aufgequollen oder sichtbar beschädigt?
Komplettaustausch. Ein verzogener Rahmen lässt sich nicht mehr luftdicht schließen – der beste Glastausch bringt nichts.
Weiter zur nächsten Frage.
Ist die vorhandene Verglasung schlechter als Ug 1,1 W/m²K?
Austausch oder mindestens Glastausch prüfen. Bei Fassadendämmung sowieso Komplettaustausch wegen neuer Einbauebene.
Weiter prüfen.
Planen Sie BAFA- oder KfW-Förderung zu beantragen?
Komplettaustausch inklusive RAL-Montage nötig. Reiner Scheibentausch ist meist nicht förderfähig.
Scheibentausch kann wirtschaftlich sein, wenn Rahmen und Beschläge intakt sind.
Stören Sie Zugluft oder klemmende Flügel?
Oft reicht Nachstellen der Beschläge und Austausch der umlaufenden Dichtung – Kosten im zweistelligen Bereich pro Fenster.
Weiter prüfen.
Liegt das Gebäude an einer stark befahrenen Straße?
Asymmetrischer Glasaufbau und Schallschutzklasse 3–5 einplanen. Standardverglasung reicht hier selten.
Standard-Schallschutz (Rw ≈ 32 dB) ist ausreichend.
Ug, Uw, g-Wert, Rw – die Kennzahlen verstehen
Ug-Wert (g = glazing): Wärmedurchgang nur durch die Glasfläche. Gemessen in W/m²K. Niedrig ist gut. Ein Ug von 0,6 bedeutet: Bei einem Temperaturunterschied von 1 Grad gehen 0,6 Watt pro Quadratmeter verloren. Moderne 3-fach-Verglasungen liegen bei 0,5 bis 0,7.
Uw-Wert (w = window): Wärmedurchgang des gesamten Fensters, also Glas plus Rahmen plus Abstandhalter. Das ist die Zahl, die für Förderung zählt. BAFA verlangt seit 2026 Uw ≤ 0,95 W/m²K. Bei sehr großen Glasflächen ist Uw näher am Ug, bei kleinen Fenstern oder breiten Rahmen steigt Uw deutlich an.
g-Wert: Energiedurchlassgrad – wie viel Sonnenwärme ins Haus kommt. 0,50 heißt: 50 Prozent der Solarenergie passieren das Glas. Südfenster profitieren von höherem g-Wert (passive Sonnenwärme), Westfenster im Sommer eher nicht (Überhitzung).
Rw-Wert: Bewertetes Schalldämmmaß in Dezibel. Standardfenster 32–35 dB. Für laute Lagen braucht es 40+ dB – das gelingt nur mit asymmetrischem Glasaufbau (z. B. 6 mm außen, 4 mm innen) und Verbundsicherheitsglas.
Ψ (Psi)-Wert: Wärmebrückenverlust am Glasrand – unterschätzt, aber relevant. Warme Abstandhalter (Edelstahl oder Kunststoff statt Aluminium) drücken Psi um 60 Prozent.
Ein ehrliches Angebot listet all diese Werte. Wer nur "Energiesparfenster" schreibt, ohne Zahlen zu nennen, verkauft vermutlich Einstiegsware.
Ug-Werte nach Fenster-Generation – was steckt hinter Ihren Scheiben?
| Baujahr | Verglasung | Ug-Wert | Energieverlust | |---------|------------|---------|----------------| | Vor 1970 | Einfachglas 4 mm | 5,7–5,8 W/m²K | Extrem hoch – Fenster sind die Außenhülle | | 1970–1985 | Isolierglas 4-12-4 | 2,8–3,0 W/m²K | Hoch – Kondensat und Zugluft typisch | | 1985–1995 | Isolierglas mit Low-E-Start | 1,8–2,2 W/m²K | Mittel – nicht mehr zeitgemäß | | 1995–2005 | 2-fach-Wärmeschutz, Argon | 1,0–1,4 W/m²K | Akzeptabel, aber nicht förderfähig | | 2005–2015 | 2-fach mit besserer Beschichtung | 1,0–1,1 W/m²K | Solide, im Neubau heute untere Grenze | | Ab 2015 | 3-fach-Wärmeschutz, Argon/Krypton | 0,5–0,7 W/m²K | Sehr gut, Förder-Standard |
Praktische Erkennung ohne Messgerät: Halten Sie ein Feuerzeug vor das Glas. Bei Einfachglas sehen Sie eine Flamme, bei 2-fach zwei (beide gleich farbig), bei 3-fach drei. Die mittlere Flamme bei 3-fach-Gläsern wirkt oft leicht anders eingefärbt wegen der Beschichtung.
Rahmenmaterialien im Vergleich – Kunststoff, Holz, Holz-Alu, Aluminium
Kunststoff (PVC): Der Preis-Leistungs-Sieger. 6 bis 7 Kammern im Profil, optional mit Stahlverstärkung. Dämmwert Uf um 1,0 W/m²K. Wartungsfrei, UV-beständig, in über 30 RAL-Farben erhältlich. Lebensdauer 30–40 Jahre. Nachteil: Bei sehr breiten Profilen (über 80 mm) wirkt Kunststoff schnell klobig.
Holz: Natürliches Material, warme Haptik, optisch klassisch. Gute Dämmwerte (Uf um 1,2 W/m²K bei Fichte, 1,0 bei Eiche). Pflegebedarf: alle 5–8 Jahre neuer Anstrich außen, sonst drohen Ausbleichen und Feuchteschäden. Lebensdauer 40–60 Jahre, wenn gepflegt.
Holz-Aluminium: Die Premium-Kombi. Innen Holz (warm, atmungsaktiv), außen Aluminium-Schale als Wetterhaut. Keine Pflege außen, jahrzehntelang wartungsfrei. Uf um 0,9 W/m²K. Teurer als reine Kunststofffenster, aber im Gesamtpaket oft die wirtschaftlichere Wahl wegen 50+ Jahren Lebensdauer.
Aluminium: Schlanke Profile, extrem stabil, perfekt für große Glasflächen und anspruchsvolle Architektur. Ohne thermische Trennung schlechter Dämmwert (Uf > 2,0). Mit Isolierstegen erreichen moderne Alu-Rahmen Uf um 1,0. Lebensdauer 60+ Jahre. Einsatz vor allem im Neubau und bei bodentiefen Elementen.
Für die meisten Eigenheim-Sanierungen in Bochum und Dortmund ist die Entscheidung: Kunststoff als solide Basis, Holz-Alu als langfristige Investition. Reines Holz nur, wenn Sie die Pflege einplanen. Aluminium für einzelne Akzentelemente (Hebeschiebetüren, große Festverglasungen).
RAL-Montage – warum die Einbauqualität über Förderfähigkeit entscheidet
Innere Ebene – dampfdicht: Verhindert, dass feuchte Raumluft in die Fuge eindringt und dort kondensiert. Ausgeführt als selbstklebende Dampfbremsfolie oder überputzbare Dichtmasse. Diese Ebene ist die wichtigste – fehlt sie, gibt es innerhalb weniger Jahre Schimmel im Anschlussbereich.
Mittlere Ebene – Wärmedämmung und Statik: Mineralwolle, PU-Ortschaum oder vorkomprimierte Dichtungsbänder füllen den Spalt. Zusätzlich wird das Fenster mit Rahmendübeln oder Maueranschlussankern befestigt. Die Fuge muss vollständig ausgefüllt sein, sonst entstehen Wärmebrücken.
Äußere Ebene – schlagregendicht, diffusionsoffen: Hält Regen und Wind ab, lässt aber Feuchtigkeit nach außen entweichen. Ausgeführt mit vorkomprimierten Kompribändern oder EPDM-Folien. Nicht mit herkömmlichem Silikon abdichten – das wird spröde und dicht nach einigen Jahren nicht mehr.
Dokumentation: Seriöse Betriebe fotografieren jede Einbausituation und übergeben ein Montageprotokoll. Ohne diese Unterlagen wird der BAFA-Zuschuss im Zweifel zurückgefordert.
Ein häufiger Fehler: Der Fensterbauer schäumt die Fuge einfach aus und zieht außen eine Silikonraupe – ohne Kompriband, ohne Dampfbremse. Das funktioniert nachbarlich vielleicht eine Heizperiode, dann kondensiert die Fuge im Winter durch und der Putz hinter dem Fenster fault auf.
Schallschutz, Einbruchschutz und Sondergläser
Schallschutz nach DIN 4109: Gemessen in Rw (dB). Die Norm kennt Schallschutzklassen (SSK) 1 bis 6. Für ruhige Wohngebiete reicht SSK 2 (Rw 30–34 dB). An Hauptstraßen empfiehlt sich SSK 3–4 (Rw 35–39 dB), an Bahnstrecken oder in Einflugschneisen SSK 5 (Rw 40–44 dB). Entscheidend ist der asymmetrische Glasaufbau (z. B. 6-16-4 mm) und Verbundsicherheitsglas (VSG) mit Schallschutzfolie.
Einbruchschutz nach DIN EN 1627: Widerstandsklassen RC1N bis RC6. Für Eigenheime ist RC2 der Standard – hält dem Gelegenheitstäter 3 Minuten lang stand. Voraussetzung: Pilzkopfverriegelung umlaufend, abschließbarer Griff, VSG P4A im Glas. RC3 (5 Minuten, schwereres Werkzeug) lohnt sich bei abgelegener Lage oder Vorerfahrung mit Einbrüchen. Die meisten Versicherungen akzeptieren RC2 als "einbruchhemmend" und honorieren das mit Rabatten.
Sondergläser: Sonnenschutzglas (g-Wert 0,25–0,35) für Südfassaden ohne beweglichen Sonnenschutz. Ornamentglas oder satinierte Folien für Badfenster und Eingangsbereiche. Selbstreinigendes Glas für schwer erreichbare Oberlichter. Vogelschutzglas mit UV-Markierungen für großflächige Verglasungen an bewaldeten Grundstücken.
Sicherheitsfolien nachrüsten: Wenn ein Komplettaustausch noch nicht ansteht, lässt sich vorhandenes Glas mit transparenten Splitterschutzfolien aufwerten. Einbruchverzögernde Wirkung ist begrenzt, aber spürbar – und kostet einen Bruchteil eines neuen Fensters.
Rollläden, Raffstores, Insektenschutz und Dachfenster
Rollläden: Klassischer Schutz vor Sonne, Sicht und Wärmeverlust. Unterputz (nachträglich schwierig) oder Aufsatzkasten (heute Standard bei Sanierung). Motorisierung mit Funk oder Smart-Home-Anbindung kostet wenig Aufpreis, spart aber später eine Nachrüstung. Geschlossene Rollläden nachts reduzieren den Wärmeverlust am Fenster um 10 bis 15 Prozent.
Raffstores: Außenliegende Jalousien mit verstellbaren Lamellen. Teurer als Rollläden, aber lichtlenkend – Sie können verdunkeln oder gezielt blendfrei arbeiten. Windstabilität ist der Knackpunkt: Ab 6 Beaufort fahren die meisten Systeme automatisch ein.
Markisen: Für Terrassen und Balkone. Kassettenmarkisen halten Wind und Regen besser stand als offene. Elektroantrieb und Wind-/Regensensor sind sinnvoll, wenn die Markise nicht ständig überwacht wird.
Insektenschutz: Spannrahmen (fest, günstig), Plissee (ziehbar, für Küchen und Bäder), Rollosystem (Luxusvariante) oder Drehtür (für Terrassentüren). Bei Bestellung neuer Fenster direkt mit anbieten lassen – der Rahmenanbau ist dann vorgesehen.
Dachflächenfenster: Velux, Roto und Fakro dominieren den Markt. Wichtig ist die korrekte Einbauebene im Dachpaket – das übernimmt in der Regel der Dachdecker, nicht der Fensterbauer. Dämmrahmen, Anschluss an Unterspannbahn und Eindeckrahmen gehören zum System. Motorisierte Modelle mit Regensensor schließen automatisch – sinnvoll bei unbewohnten Obergeschossen.
Dachausstiegsfenster: Pflicht nach Landesbauordnung NRW bei beheizten Dachräumen als Zweiter Rettungsweg. Mindestmaß 0,90 × 1,20 m lichte Öffnung.
Bodentiefe Fenster und Hebeschiebetüren: Beliebt für moderne Wohn-Ess-Bereiche. Statisch anspruchsvoll (Brüstungshöhe unter 90 cm braucht Absturzsicherung – Geländer, absturzsicheres Glas oder feststehende Unterkonstruktion).
Förderung 2026 – BAFA, KfW und iSFP-Bonus
BAFA-Einzelmaßnahme (BEG EM): 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Voraussetzungen: Uw ≤ 0,95 W/m²K, RAL-Montage, Fachbetrieb, technische Projektbeschreibung durch Energie-Effizienz-Experten (EEE). Antrag vor Auftragsvergabe beim BAFA. Maximal 30.000 Euro förderfähige Kosten pro Wohneinheit und Jahr, mit iSFP auf 60.000 Euro erhöht.
iSFP-Bonus: 5 Prozent zusätzlich, wenn der Fenstertausch Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist. Der iSFP wird vorab von einem zertifizierten Energieberater erstellt. Die Energieberatung bewegt sich im niedrigen vierstelligen Bereich – abzüglich BAFA-Zuschuss (bis zu 50 Prozent) bleibt ein geringer Eigenanteil. Lohnt sich fast immer, wenn in den nächsten 15 Jahren weitere Sanierungsschritte geplant sind.
KfW 261 Wohngebäude-Kredit: Kredit mit Tilgungszuschuss bei Erreichen einer Effizienzhaus-Stufe (EH 85, 70, 55, 40). Fenster allein erreichen selten diese Stufen – sinnvoll nur im Paket mit Fassade, Dach und Heizung. Tilgungszuschuss 5–45 Prozent je nach Stufe und EE-Klasse.
Steuerliche Förderung nach §35c EStG: Alternative zu BAFA/KfW für Selbstnutzer. 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre absetzbar, maximal 40.000 Euro pro Objekt. Kein Antrag nötig, aber auch nicht kombinierbar mit BAFA-Zuschuss. Lohnt sich, wenn Sie ohne iSFP sanieren und hohe Steuerlast haben.
NRW.BANK: Ergänzende regionale Kredite, oft mit günstigeren Konditionen als Hausbanken. Prüfen lohnt sich bei größeren Summen.
Reihenfolge der Antragstellung: Energieberater beauftragen → iSFP oder Technische Projektbeschreibung erstellen lassen → BAFA-Antrag stellen → Zuwendungsbescheid abwarten → dann Auftrag vergeben. Wer den Ablauf umdreht, verliert den Anspruch. Es gibt hier keine Kulanz.
Details zur Kostenkalkulation für Fenster-Maßnahmen finden Sie auf unserer Preisseite.
Ablauf eines Fensteraustauschs – von der Aufmaß bis zum Einbau
Woche 1–2: Bestandsaufnahme und Angebot. Der Fachbetrieb kommt ins Haus, misst alle Öffnungen, fotografiert Einbausituationen und klärt Sonderwünsche (Rollladenkasten sanieren, Rollläden nachrüsten, Insektenschutz). Daraus entsteht ein detailliertes Angebot – pro Fenster aufgelistet, mit Glasaufbau, Rahmenmaterial und RAL-Montage.
Woche 2–4: Förderantrag. Parallel beantragen Sie über den Energieberater die BAFA-Förderung oder beauftragen den iSFP. Ohne Zuwendungsbescheid kein Auftrag.
Woche 4: Auftragsvergabe und Vermaß. Der Fensterbauer nimmt das endgültige Aufmaß. Toleranzen sind beim Altbau oft kritisch – 5 mm Abweichung pro Seite sind normal, mehr braucht Sonderlösungen.
Woche 4–12: Produktion. Standardprofile in Weiß: 4–6 Wochen. Farbige oder Holz-Alu-Fenster: 6–10 Wochen. Hebeschiebetüren mit Sonderbreite: bis 12 Wochen.
Woche 12: Einbau. Für ein Einfamilienhaus mit 12–16 Fenstern rechnen Sie mit 2–4 Arbeitstagen. Drei Gewerke sind beteiligt: Demontage alter Fenster, Einbau neuer Elemente, Innenausbau (Leibung verputzen, Fensterbank setzen, Sauberkeitsarbeiten).
Abschluss: Abnahme und Dokumentation. Der Fensterbauer übergibt das Montageprotokoll, die Konformitätserklärung nach DIN EN 14351 und die Pflegehinweise. Diese Unterlagen brauchen Sie für den BAFA-Verwendungsnachweis und später im Garantiefall.
Typische Stolpersteine: Rollladenkästen, die mitgedämmt werden müssen, Altputz, der beim Ausbau abfällt und die Leibung neu verputzt werden muss, Fensterbänke, die nicht mehr passen. Seriöse Angebote weisen diese Positionen separat aus – damit am Ende keine Nachtragsrechnungen kommen.
Barrierefreiheit und bodentiefe Lösungen
Bodentiefe Fenster statt Brüstung: Statt einer 90-cm-Brüstung wird das Fenster bis zum Fußboden gezogen. Lichtausbeute steigt spürbar, die Beziehung Wohnraum-Garten wird offener. Voraussetzung: Absturzsicherung ab 1,00 m Absturzhöhe – entweder durch feststehendes VSG mit Stoßschutz, eine Geländerstange im Glasrahmen oder einen französischen Balkon.
Hebeschiebetüren: Klassiker im Wohn-Ess-Bereich mit Terrassenzugang. Unterschwelle lässt sich barrierefrei ausführen (maximale Schwelle 20 mm, DIN 18040). Achtung: Barrierefreie Schwellen sind schlagregentechnisch anspruchsvoll – hier braucht es eine Entwässerungsrinne davor.
Griffhöhen und Bedienung: Standardgriffhöhe liegt bei 100–110 cm. Bei geplanter Rollstuhlnutzung auf 85 cm absenken. Motorisierte Öffnungsflügel für hohe oder schwer erreichbare Oberlichter (Treppenhaus, Bad) gibt es mit Funkfernbedienung.
Dachausstieg und Notausgang: In bewohnten Dachgeschossen schreibt die LBO NRW einen zweiten Rettungsweg vor. Ein ausreichend großes Dachfenster (Mindestmaß 0,90 × 1,20 m lichte Öffnung, Brüstung maximal 1,20 m) erfüllt diese Anforderung meist. Das Fenster sollte ohne Werkzeug vollständig geöffnet werden können.
Checkliste vor dem Fenstertausch
Diese elf Punkte sollten Sie mit dem Fensterbauer vor Auftragserteilung geklärt haben.
Praxis-Tipps
Nie ohne Fassadendämmung vorauseilend tauschen
Wer nur die Fenster erneuert, aber die ungedämmte Fassade behält, verschiebt den Kältepunkt nach innen. Die Raumfeuchtigkeit sucht sich die nächstkältere Fläche – meist die Zimmerecke oder die Wand hinter dem Sofa. Ergebnis: Schimmel dort, wo vorher keiner war. Wenn beides finanziell nicht geht, muss zumindest die Lüftung angepasst werden (Stoßlüften 3–4 Mal täglich oder dezentrale Lüftungsanlage).
Rollladenkasten ist oft die versteckte Wärmebrücke
Alte Rollladenkästen aus den 70ern und 80ern sind dünne Holzkisten ohne Dämmung. Nach dem Fenstertausch ist das neue Element dicht – der Kasten wird zur kältesten Fläche im Raum und schwitzt innen. Lösung: Kasten dämmen (Aufsatz oder Innendämmung), modernisieren oder gegen gedämmten Aufsatzkasten tauschen.
BAFA-Antrag vor dem Anrufen beim Fensterbauer
Nicht wenige Eigentümer unterschreiben den Auftrag, bevor sie den Zuwendungsbescheid haben. Damit verfällt der Anspruch vollständig. Reihenfolge: Energieberater → iSFP oder technische Projektbeschreibung → BAFA-Antrag → Bescheid abwarten → erst dann Auftrag. Dauer insgesamt 6–10 Wochen, diese Zeit kalkulieren Sie ein.
Bei Straßenlage asymmetrisch verglasen
Symmetrischer Aufbau (4-16-4-16-4) dämmt Wärme gut, lässt aber Schall in einer charakteristischen Frequenz durch. An einer Hauptstraße merken Sie das sofort – tiefes Brummen trotz neuem Fenster. Lösung: Asymmetrischer Aufbau (6-16-4-16-4) oder Verbundglas mit Schallschutzfolie im äußeren Paket. Mehrkosten gering, Wirkung deutlich.
Häufige Fragen
? Was kostet der Austausch aller Fenster in einem Einfamilienhaus?
Was kostet der Austausch aller Fenster in einem Einfamilienhaus?
? Reicht Scheibentausch statt Komplettaustausch?
Reicht Scheibentausch statt Komplettaustausch?
? Wann ist Uw ≤ 0,95 W/m²K erreichbar – und wann nicht?
Wann ist Uw ≤ 0,95 W/m²K erreichbar – und wann nicht?
? Lohnt sich Holz-Alu gegenüber Kunststoff?
Lohnt sich Holz-Alu gegenüber Kunststoff?
? Muss ich nach GEG meine Fenster austauschen?
Muss ich nach GEG meine Fenster austauschen?
? Sind Dachflächenfenster gleich zu behandeln wie Fassadenfenster?
Sind Dachflächenfenster gleich zu behandeln wie Fassadenfenster?
? Wie lange dauert der Einbau neuer Fenster in einem Einfamilienhaus?
Wie lange dauert der Einbau neuer Fenster in einem Einfamilienhaus?
Fenstertausch als Teil Ihrer Sanierung planen
Sie sanieren Ihr Eigenheim in Bochum, Dortmund oder Umgebung und brauchen einen Partner, der Fensteraustausch, Fassade und Heizung gemeinsam denkt? neurealis koordiniert Gewerke, Förderanträge und Energieberater aus einer Hand. Festpreis, fester Termin, dokumentierte RAL-Montage.
Oder rufen Sie uns an: 0231 - 997 997 47
Normen & Quellen
- DIN EN 14351-1: Fenster und Außentüren – Produktnorm, Leistungseigenschaften
- RAL-Leitfaden zur Montage: Einbau von Fenstern und Haustüren (3 Dichtungsebenen)
- GEG §48: Anforderungen an Fenster bei Austausch und Sanierung (Uw ≤ 1,3 W/m²K)
- DIN 4109: Schallschutz im Hochbau – Schallschutzklassen SSK 1 bis 6
- DIN EN 1627-1630: Einbruchhemmende Bauteile – Widerstandsklassen RC1N bis RC6
- DIN 18040-2: Barrierefreies Bauen – Wohnungen, Schwellen und Bedienhöhen
- BAFA Richtlinie BEG EM 2026: Bundesförderung effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen
- ift Rosenheim: Prüfinstitut für Fenster, Türen und Fassaden – Uw-Berechnungsverfahren