Seit 2023 gilt für PV-Anlagen bis 30 kWp die Null-MwSt-Regelung nach §12 Abs. 3 UStG. Module, Wechselrichter, Speicher und Montage werden netto abgerechnet – das senkt die Investition um rund 19 Prozent. Auch Ertragsteuern auf den eingespeisten Strom entfallen nach §3 Nr. 72 EStG bis 30 kWp. Dazu kommen zinsgünstige Kredite über das KfW-Programm 270 und regionale Zuschüsse wie progres.nrw.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Anlage auf Ihr Dach und Ihren Verbrauch zuschneiden, welche Komponenten wirklich zählen – und wie Sie PV, Wärmepumpe und E-Auto zu einem Energiesystem zusammenführen.
Die richtige PV-Anlage finden
Mit dieser Entscheidungshilfe finden Sie die passende Konfiguration für Ihr Eigenheim – abhängig von Dach, Verbrauch und geplanten Ergänzungen.
Dach in den letzten 20 Jahren saniert?
Aufdachanlage ist die wirtschaftlichste Lösung. Montage in 1–2 Tagen, volle Förderfähigkeit.
Dachsanierung gemeinsam mit PV planen. Indachanlage oder Solarziegel sparen doppelte Gerüstkosten.
Wärmepumpe vorhanden oder geplant?
Mindestens 10 kWp einplanen, SG-Ready nutzen, Speicher 8–10 kWh für Nachtbetrieb im Winter.
6–8 kWp reichen meist aus. Speicher optional, lohnt sich ab Strompreis 32 ct/kWh.
E-Auto oder Wallbox in Planung?
Anlage auf 11–12 kWp auslegen, Wallbox mit PV-Überschussladen wählen. Dynamische Lastregelung einbauen.
Standardauslegung nach Haushaltsverbrauch reicht.
Nord- oder Ost/West-Dach?
Ost/West-Belegung lohnt sich heute – gleichmäßigerer Tagesverlauf, besserer Eigenverbrauch. Nur reines Norddach meiden.
Süddach ist der Klassiker, maximaler Jahresertrag, ideal für Volleinspeisung oder große Speicher.
Strom einspeisen oder selbst nutzen?
Volleinspeisung bringt ca. 12,8 ct/kWh (Stand 2026) für 20 Jahre – sinnvoll bei wenig Eigenverbrauch.
Überschusseinspeisung mit ca. 7,9 ct/kWh (Stand 2026). Lohnt sich fast immer durch hohen Eigenverbrauch.
Dimensionierung: Wie viel kWp braucht ein Einfamilienhaus?
Faustregel für die Dimensionierung:
Jahresverbrauch in kWh ÷ 1.000 × 1,2 = sinnvolle kWp-Leistung
Beispiele für typische Einfamilienhaus-Haushalte:
| Haushaltstyp | Jahresverbrauch | Empfohlene kWp | |--------------|-----------------|----------------| | 2 Personen, kein E-Auto, keine Wärmepumpe | 3.500 kWh | 4–5 kWp | | 4 Personen, klassisch | 4.500 kWh | 6–7 kWp | | 4 Personen + Wärmepumpe | 8.000 kWh | 10–12 kWp | | 4 Personen + Wärmepumpe + E-Auto | 11.000 kWh | 12–15 kWp |
Pro Kilowattpeak (kWp) benötigen Sie etwa 5 m² Dachfläche bei modernen Modulen. Für 10 kWp rechnen Sie also mit rund 50 m² nutzbarer Fläche.
Wichtig: Dimensionieren Sie lieber eine Nummer größer. Die Mehrkosten für zusätzliche Module sind marginal – Wechselrichter, Gerüst, Verkabelung und Montage fallen einmal an. Eine 10-kWp-Anlage kostet kaum mehr als eine 7-kWp-Anlage, bringt aber 40 Prozent mehr Ertrag.
Ausrichtung und Neigung:
Süd mit 30–35 Grad Neigung liefert den höchsten Jahresertrag (ca. 1.000 kWh pro kWp in NRW). Ost/West-Dächer erreichen etwa 85–90 Prozent davon, verteilen die Produktion aber gleichmäßiger über den Tag – ideal für hohen Eigenverbrauch. Reine Norddächer lohnen sich nicht.
Aufdach, Indach, Solarziegel – welcher Anlagentyp passt?
Aufdachanlage (Standard): Module werden auf das bestehende Dach montiert. Schnelle Installation (1–2 Tage), günstigster Preis, gute Hinterlüftung (bessere Erträge bei Hitze). Optisch deutlich sichtbar – kein Problem, solange das Dach intakt ist.
Indachanlage (integrierte Montage): Module ersetzen die Dachdeckung und liegen bündig in der Dachfläche. Elegante Optik, besonders bei Neubau oder Komplettsanierung. Höhere Kosten (ca. 15–20 Prozent mehr), aufwendigere Montage. Sinnvoll, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert wird – spart doppelte Gerüstkosten und Ziegelmaterial.
Solarziegel: Jeder einzelne Ziegel erzeugt Strom, Anlage ist praktisch unsichtbar. Sehr hoher Preis (Faktor 2–3 gegenüber Aufdach), geringerer Wirkungsgrad. Nur sinnvoll bei denkmalgeschützten Gebäuden oder wenn Optik absolute Priorität hat.
Fassaden-PV: Süd-, Ost- oder Westfassade wird mit Modulen belegt. Geringere Erträge (ca. 70 Prozent eines Süddachs), dafür liefert sie auch im Winter gut, weil die Sonne flach steht. Lohnt sich bei großen Fassadenflächen und als Ergänzung zur Dachanlage.
Carport oder Terrassenüberdachung: Ideal, wenn das Hauptdach ungeeignet ist oder die Fläche nicht reicht. Doppelnutzen: Stromproduktion und Wetterschutz fürs Auto. Bei Wallbox-Installation besonders praktisch.
Kombination mit Dachsanierung: Wenn Ihr Dach älter als 25 Jahre ist, planen Sie PV und Dachsanierung zusammen. Das Gerüst steht ohnehin, die Dachhaut wird ertüchtigt, und eine Indachlösung wird wirtschaftlich. Das gemeinsame Gewerk spart einen spürbaren vierstelligen Betrag gegenüber getrennten Maßnahmen – konkrete Preise siehe /preise/.
Module und Wechselrichter – worauf es wirklich ankommt
Modultypen im Vergleich:
| Typ | Wirkungsgrad | Bemerkung | |-----|--------------|-----------| | Monokristallin | 20–22 % | Heute Standard, auch in der Budget-Klasse | | Bifazial (Monokristallin) | 21–23 % | Rückseite nutzt reflektiertes Licht, +5–10 % Ertrag | | Polykristallin | 17–19 % | Praktisch ausgelaufen, nicht mehr verbauen | | Dünnschicht (CIGS, CdTe) | 12–16 % | Nur bei Spezialanwendungen (Fassade, flexible Module) |
Moderne monokristalline Halbzellen-Module (PERC oder TOPCon) liefern 420–450 Wp pro Standardmodul. Die Degradation – also der Leistungsverlust über die Jahre – sollte unter 0,5 Prozent pro Jahr liegen. Nach 25 Jahren hat das Modul dann noch mindestens 85 Prozent seiner Nennleistung.
Achten Sie auf zwei Garantien: Produktgarantie (mindestens 12 Jahre, gute Hersteller geben 15–25 Jahre) und Leistungsgarantie (85–87 Prozent nach 25 Jahren).
Wechselrichter – das Herz der Anlage:
Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um. Hier gibt es zwei grundsätzliche Konzepte:
String-Wechselrichter: Alle Module sind in Reihe geschaltet. Günstig, bewährt, effizient (bis 98 Prozent Wirkungsgrad). Nachteil: Verschattet ein Modul, sinkt der Ertrag des ganzen Strings.
Modul-Wechselrichter oder Optimizer: Jedes Modul hat einen eigenen Kleinwechselrichter oder Leistungsoptimierer. Löst Verschattungsprobleme, liefert modulscharfes Monitoring. Aufpreis 10–15 Prozent – lohnt sich bei Teilverschattung (Gaube, Kamin, Bäume).
Notstromfähigkeit: Viele Haushalte wollen 2026 nicht nur Solarstrom, sondern auch Ausfallsicherheit. Hybridwechselrichter mit Speicher und Backup-Ausgang können Ihr Haus bei Stromausfall autark versorgen. Prüfen Sie, ob der Wechselrichter umschaltbar ist – nicht jedes Modell kann Inselbetrieb. Aufpreis im niedrigen vierstelligen Bereich, aber der wirtschaftliche Nutzen ist begrenzt (Stromausfälle in Deutschland sind selten).
Batteriespeicher: Wann lohnt er sich?
Dimensionierung:
Daumenregel: 1 kWh nutzbare Kapazität pro 1 kWp Anlagenleistung, bei Wärmepumpe eher 1,2 kWh. Ein Haushalt mit 10 kWp PV und Wärmepumpe braucht also einen Speicher von 10–12 kWh nutzbar.
Überdimensionierung lohnt sich nicht: Große Speicher werden in den kurzen Wintertagen nicht voll geladen, kleine Speicher füllen sich im Sommer schnell und laufen tagsüber über.
Batteriechemie:
Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) ist 2026 der klare Standard für Heimspeicher. Vorteile: hohe Zyklenzahl (6.000–10.000 Vollzyklen), thermisch stabil, kein Kobalt, gute Tiefentladefähigkeit. Lebensdauer 15–20 Jahre.
Klassische Lithium-Ionen-Speicher (NMC) sind kompakter und leichter, aber thermisch anfälliger und mit weniger Zyklen (3.000–5.000). Werden zunehmend verdrängt.
AC- oder DC-Kopplung:
DC-gekoppelte Speicher sind effizienter (nur eine Wandlung), besonders bei Neuinstallation sinnvoll. AC-Kopplung eignet sich zur Nachrüstung bestehender PV-Anlagen – Speicher wird einfach parallel ins Hausnetz eingebunden.
Garantie und Zyklen:
Gute Hersteller geben 10 Jahre Garantie auf mindestens 70 Prozent Restkapazität. Achten Sie auf garantierte Zyklenzahl (mindestens 6.000) und Entladetiefe (95–100 Prozent bei LiFePO4).
Wann lohnt sich ein Speicher?
Bei aktuellen Preisen und Strompreisen über 32 ct/kWh rechnet sich ein Speicher für die meisten Eigenheime. Besonders wirtschaftlich wird er in Kombination mit Wärmepumpe oder Wallbox, weil der Eigenverbrauch steigt. Ohne zusätzliche Verbraucher und bei sehr günstigem Stromtarif kann die Amortisation länger dauern als die Speicherlebensdauer – dann lieber auf Speicher verzichten und in mehr PV-Fläche investieren.
PV und Wärmepumpe: Das ideale Paar
SG-Ready: Die Basis-Schnittstelle
Smart-Grid-Ready ist ein standardisierter Steuerkontakt, den alle modernen Wärmepumpen haben. Über vier Schaltzustände signalisiert der Wechselrichter oder ein Energiemanager der Wärmepumpe: 'viel Solarstrom da – heize auf Vorrat' oder 'wenig Strom – senke Vorlauftemperatur'.
Damit lässt sich der Solarstrom in den Warmwasserspeicher oder die Fußbodenheizung schieben. Der Warmwasserspeicher wird zur kostenlosen Batterie: Mittags auf 55–60 °C hochgeheizt, deckt er den Warmwasserbedarf bis zum nächsten Mittag.
EEBus – die moderne Alternative:
EEBus ist ein offenes Kommunikationsprotokoll, das detailliertere Steuerung erlaubt. Statt vier Zuständen werden echte Lastflüsse und Prognosen ausgetauscht. Viele neue Wärmepumpen und Wechselrichter unterstützen EEBus – die Zukunft liegt hier. Bei Neuanlagen darauf achten.
Eigenstromnutzung maximieren:
Ohne Steuerung erreichen Sie typisch 30 Prozent Eigenverbrauchsquote. Mit SG-Ready oder EEBus plus Speicher sind 60–80 Prozent realistisch. Das spart bei 8.000 kWh Stromverbrauch und 32 ct/kWh einen deutlich vierstelligen Betrag pro Jahr.
Wärmepumpen-Stromtarif prüfen:
Viele Stadtwerke bieten separate Wärmepumpen-Tarife mit 4–6 ct/kWh Rabatt. Voraussetzung: eigener Zähler für die Wärmepumpe. Prüfen Sie, ob der Rabatt höher ist als die ersparte Eigenverbrauchsquote. Bei starker PV-Ausrichtung lohnt der Extratarif oft nicht.
Praxisbeispiel:
Einfamilienhaus mit 10 kWp PV, 10 kWh Speicher, Wärmepumpe und SG-Ready-Steuerung: Gesamtverbrauch 8.000 kWh, davon ca. 5.500 kWh aus der eigenen Anlage. Netzbezug sinkt auf 2.500 kWh – die Stromrechnung schrumpft dadurch auf einen Bruchteil der Kosten ohne PV.
E-Mobilität: Wallbox und Überschussladen
PV-Überschussladen:
Eine moderne Wallbox (11 kW, 3-phasig) kann den Ladestrom dynamisch an den verfügbaren Solarüberschuss anpassen. Die klassischen Betriebsmodi:
- Volles Überschussladen: Nur laden, wenn die PV genug Strom liefert. Minimal nötig sind 6 A pro Phase (ca. 4,1 kW). Bei Wolken pausiert die Ladung.
- Teilüberschuss mit Netzzufuhr: Wallbox zieht Solarstrom und ergänzt bei Bedarf aus dem Netz – das Auto wird garantiert voll, Eigenverbrauch bleibt hoch.
- Sofortladen: Volle 11 kW unabhängig von der PV – für eilige Fahrten.
Praktisch nützlich ist die Kombination: Unter der Woche Teilüberschuss, am Wochenende reines Überschussladen.
Dynamische Lastregelung (§14a EnWG):
Neue Wallboxen ab 11 kW müssen seit 2024 nach §14a EnWG netzdienlich regelbar sein – der Netzbetreiber kann die Leistung bei Engpässen auf 4,2 kW absenken. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte (Modul 1) oder ein pauschales Entgelt (Modul 2). Bei Neuinstallation automatisch prüfen lassen.
Wallbox und Speicher clever verschalten:
Wenn Speicher und Wallbox beide Solarüberschuss wollen, entscheidet ein Energiemanager die Priorität. Im Sommer: Speicher zuerst füllen, danach Auto laden. Im Winter: Auto priorisieren, weil der Speicher ohnehin nicht voll wird.
Praktischer Standort:
Wallbox in der Garage oder am Stellplatz. Leitungslänge vom Zählerschrank zur Wallbox so kurz wie möglich – jeder Meter treibt den Materialpreis. Bei Carport mit PV-Überdachung ist die Wallbox oft direkt unter dem Modul angeschlossen.
Einspeisevergütung, MwSt und Steuern 2026
Null-MwSt nach §12 Abs. 3 UStG:
Seit Januar 2023 gilt auf die Lieferung und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent. Das betrifft:
- Module, Unterkonstruktion, Wechselrichter
- Batteriespeicher
- Zähler, Verkabelung, Zubehör
- Die komplette Montageleistung
Für Sie als Käufer bedeutet das: Der Netto-Preis ist gleich dem Brutto-Preis. Der Brutto-Preis einer Anlage ist damit identisch mit dem Netto-Preis – eine Ersparnis von rund 19 Prozent gegenüber der Zeit vor 2023. Konkrete Paketpreise finden Sie auf unserer Preisseite.
Ertragsteuer-Befreiung nach §3 Nr. 72 EStG:
Einspeiseerlöse aus PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind einkommensteuerfrei. Sie müssen die Einnahmen nicht in der Steuererklärung angeben, keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen und keine Umsatzsteuer abführen.
Vorsicht: Bei Anlagen über 30 kWp oder bei Mehrfamilienhäusern gelten komplexere Regeln – hier lohnt sich Steuerberatung vor der Installation.
Einspeisevergütung (Stand 2026):
Nach EEG 2023/2024 erhalten neue Anlagen eine feste Vergütung über 20 Jahre:
- Überschusseinspeisung bis 10 kWp: ca. 7,94 ct/kWh
- Überschusseinspeisung 10–40 kWp Anteil: ca. 6,88 ct/kWh
- Volleinspeisung bis 10 kWp: ca. 12,60 ct/kWh
- Volleinspeisung 10–40 kWp Anteil: ca. 10,56 ct/kWh
Die exakten Werte sinken halbjährlich um etwa 1 Prozent (Degression). Maßgeblich ist immer der Monat der Inbetriebnahme.
Für die meisten Eigenheime ist Überschusseinspeisung die sinnvolle Variante – der Eigenverbrauch lohnt sich mehr als die Einspeisung. Volleinspeisung rechnet sich nur, wenn Sie nur sehr wenig Strom selbst verbrauchen.
Förderung: KfW 270 und regionale Programme
KfW 270 – Erneuerbare Energien Standard:
Zinsgünstiger Kredit zur Finanzierung von PV-Anlagen und Batteriespeichern. Wichtige Eckdaten (Stand 2026):
- Bis zu 100 Prozent der Investitionssumme finanzierbar
- Laufzeit bis 20 Jahre
- Zinssatz bonitätsabhängig, meist unter Bankmarkt-Niveau
- Tilgungsfreie Anlaufjahre möglich
- Antrag über Ihre Hausbank, nicht direkt bei der KfW
Der Kredit ist kein Zuschuss – er muss zurückgezahlt werden. Der Zinsvorteil gegenüber einem klassischen Immobilienkredit beträgt häufig 0,5–1,5 Prozentpunkte.
progres.nrw:
Das Landesprogramm NRW fördert im Bereich Markteinführung auch Einzelmaßnahmen an Wohngebäuden. Aktuelle Zuschusshöhen und Bedingungen schwanken – prüfen Sie auf der Website der Bezirksregierung Arnsberg. In den letzten Jahren wurden unter anderem Batteriespeicher mit Zuschüssen gefördert, die Programme sind aber teilweise ausgelaufen.
Kommunale Programme:
Viele Städte in NRW legen eigene Solar-Töpfe auf. Dortmund, Bochum, Essen und andere Städte bezuschussen zeitweise Batteriespeicher, Balkonkraftwerke oder die Installation selbst. Die Zuschusshöhe bewegt sich meist im drei- bis vierstelligen Bereich pro Anlage. Schnell sein lohnt sich – die Budgets sind begrenzt und oft nach wenigen Monaten aufgebraucht.
Reihenfolge der Antragstellung:
1. Kommunale Zuschüsse: vor Auftragserteilung prüfen und beantragen 2. KfW 270: über Hausbank mit verbindlichem Angebot stellen 3. Auftrag unterschreiben – erst nach Förderzusage 4. Installation 5. Verwendungsnachweis einreichen
Auch hier gilt die Grundregel: Keine Unterschrift vor Förderzusage. Nachträgliche Anträge werden abgelehnt.
Ablauf: Von der Planung zur Anmeldung
Phase 1 – Planung und Angebot (2–4 Wochen):
Dachcheck durch den Installateur: Statik, Ausrichtung, Verschattung, Dachalter. Bei Zweifeln Statiker einbinden – alte Dachstühle tragen nicht immer die Modul-Last plus Schneelast. Angebot mit Modul-Auswahl, Wechselrichter, Speicher, Ertragsprognose (auf Basis PV*SOL oder ähnlicher Simulation). Mindestens zwei Vergleichsangebote einholen.
Phase 2 – Netzanmeldung (2–8 Wochen):
Vor der Installation muss der Netzbetreiber (in Dortmund DEW21, in Bochum Stadtwerke Bochum) die Anschlusszusage erteilen. Bei Anlagen bis 30 kWp geht das meist problemlos, bei Engpässen im Niederspannungsnetz kann es zu Verzögerungen kommen. Der Installateur erledigt den Antrag in der Regel für Sie.
Phase 3 – Installation (1–2 Tage):
Tag 1: Gerüst, Unterkonstruktion, Modulmontage. Tag 2: Elektroinstallation, Wechselrichter, Speicher, Zählerschrank-Anpassung, Inbetriebnahmeprotokoll. Der Netzbetreiber tauscht meist noch den Zähler aus (Zweirichtungszähler) – das kann bis zu 4 Wochen nach der Installation dauern.
Phase 4 – Anmeldung und Inbetriebnahme:
Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur: Pflichtanmeldung innerhalb eines Monats. Ohne Eintrag keine Einspeisevergütung. Finanzamt-Meldung: Entfällt bei Anlagen unter 30 kWp durch §3 Nr. 72 EStG. Versicherung: Wohngebäudeversicherung um PV-Baustein erweitern oder separate PV-Versicherung abschließen (überschaubarer zusätzlicher Jahresbeitrag).
Phase 5 – Monitoring:
Jeder moderne Wechselrichter bringt eine App oder Cloud-Anbindung mit. Prüfen Sie in den ersten Wochen täglich, dann monatlich. Auffällige Ertragseinbrüche (ein Modul produziert weniger) sind früh erkennbar und werden sonst erst nach Jahren bemerkt.
Versicherung:
Die Erweiterung der Wohngebäudeversicherung verursacht einen geringen jährlichen Mehrbeitrag und deckt die PV-Anlage wie den Rest des Gebäudes. Spezielle PV-Versicherungen liegen etwas höher und bieten zusätzliche Deckungen (Ertragsausfall, Marderbiss, elektronische Schäden). Für Anlagen über 10 kWp oder mit Speicher oft die bessere Wahl.
Was kostet eine PV-Anlage im Einfamilienhaus?
Checkliste: Photovoltaik fürs Eigenheim planen
Diese 12 Punkte sollten Sie vor und während der PV-Planung sauber abarbeiten.
Praxis-Tipps
Anlage lieber eine Nummer größer
Die Fixkosten für Planung, Gerüst, Wechselrichter und Elektrik fallen einmal an. Zusätzliche Module kosten kaum mehr, bringen aber dauerhaft mehr Ertrag. Wer heute 7 kWp baut und morgen ein E-Auto kauft, ärgert sich zehn Jahre lang über die fehlenden 3 kWp. Im Zweifel lieber 10 kWp statt 7.
Dach und PV in einem Aufwasch
Ist Ihr Dach älter als 25 Jahre? Dann planen Sie Dachsanierung und PV gemeinsam. Das Gerüst steht ohnehin, eine Indachanlage spart zusätzliche Ziegel, und Sie haben die nächsten 40 Jahre Ruhe. Getrennt ausgeführt kostet die Doppel-Baustelle einen spürbaren vierstelligen Betrag mehr – Details siehe [/preise/](/preise/).
Vorsicht bei Billig-Komplettanbietern
Bundesweite Online-Anbieter werben mit Kampfpreisen, arbeiten aber mit wechselnden Subunternehmern und kommen bei Schadensfällen jahrelang nicht zum Einsatzort. Im Garantiefall stehen Sie dann allein da. Ein regionaler Fachbetrieb ist im Zweifel innerhalb weniger Tage vor Ort – das zählt bei einer 25-Jahre-Anlage.
Monitoring-App von Anfang an nutzen
Jeder moderne Wechselrichter liefert eine App oder Cloud-Anbindung. Schauen Sie in den ersten Wochen täglich auf Ertrag und Fehlermeldungen – ein verschmutztes Modul oder ein defekter Optimierer zeigt sich sofort. Später reicht der monatliche Blick. Ohne Monitoring merken Sie Leistungseinbrüche erst über die Stromrechnung.
Volleinspeisung nur bei wenig Eigenverbrauch
Die Volleinspeisung bringt mit ca. 12,8 ct/kWh (Stand 2026) deutlich mehr als die Überschusseinspeisung. Trotzdem lohnt sie sich für die meisten Eigenheime nicht: Selbst genutzter Solarstrom spart 32–38 ct/kWh Bezugspreis – das ist mehr als jede Einspeisung bringt. Nur bei sehr niedrigem Eigenverbrauch (Ferienhaus, Zweitwohnsitz) rechnet sich Volleinspeisung.
Häufige Fragen
? Lohnt sich Photovoltaik ohne Batteriespeicher?
Lohnt sich Photovoltaik ohne Batteriespeicher?
? Wie lange dauert die Amortisation einer PV-Anlage 2026?
Wie lange dauert die Amortisation einer PV-Anlage 2026?
? Stimmt es, dass es keine Mehrwertsteuer mehr gibt?
Stimmt es, dass es keine Mehrwertsteuer mehr gibt?
? Wie lange dauert die Anmeldung beim Netzbetreiber?
Wie lange dauert die Anmeldung beim Netzbetreiber?
? Brauche ich eine eigene Versicherung für meine PV-Anlage?
Brauche ich eine eigene Versicherung für meine PV-Anlage?
? Kann ich meine PV-Anlage später erweitern?
Kann ich meine PV-Anlage später erweitern?
? Funktioniert die PV-Anlage auch bei Stromausfall?
Funktioniert die PV-Anlage auch bei Stromausfall?
? Lohnt sich eine PV-Anlage auch auf einem Ost-West-Dach?
Lohnt sich eine PV-Anlage auch auf einem Ost-West-Dach?
Photovoltaik im Eigenheim planen lassen
Sie wollen Ihre PV-Anlage mit Speicher, Wärmepumpe oder Wallbox abstimmen – und suchen einen Partner, der das Ganze denkt? neurealis plant und koordiniert die Anlage als Generalunternehmer und installiert mit einem regionalen Elektrofachbetrieb aus Dortmund oder Bochum. Festpreis, klare Termine, ein Ansprechpartner.
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Normen & Quellen
- VDE-AR-N 4105: Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz – Technische Anschlussregeln
- DIN VDE 0100-712: Errichten von Niederspannungsanlagen – Photovoltaik-Stromversorgungssysteme
- EEG 2023/2024: Erneuerbare-Energien-Gesetz – Einspeisevergütung, Volleinspeisung, Überschusseinspeisung
- §12 Abs. 3 UStG: Null-Prozent-Umsatzsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp (seit 01.01.2023)
- §3 Nr. 72 EStG: Einkommensteuer-Befreiung für PV-Anlagen bis 30 kWp
- §14a EnWG: Netzdienliche Steuerung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpe, Wallbox)
- KfW-Programm 270: Erneuerbare Energien Standard – Kredit für PV-Anlagen und Batteriespeicher
- Marktstammdatenregister-Verordnung (MaStRV): Pflichtregistrierung von PV-Anlagen bei der Bundesnetzagentur
- progres.nrw: Landesförderprogramm NRW für Markteinführung erneuerbarer Energien