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Tischler & Schreiner im Eigenheim: Maßmöbel, Einbau, Qualität
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Tischler & Schreiner im Eigenheim: Maßmöbel, Einbau, Qualität

Massivholz-Treppe, Einbauschrank bis zur Decke, Wandverkleidung – das Gewerk, das ein Haus vom Standard abhebt

Der Unterschied zwischen einem gekauften Möbel und einer Tischlerarbeit ist selten auf den ersten Blick sichtbar – aber er wirkt jeden Tag. Eine maßgefertigte Schrankwand nutzt jeden Zentimeter der Dachschräge. Eine Massivholz-Treppe altert, statt sich abzunutzen. Eine Wandverkleidung aus Eiche macht einen Flur zum Ankommen. Dieses Gewerk lohnt sich im Eigenheim, weil Sie dreißig Jahre lang damit leben.

Tischler- und Schreinerarbeiten werden in vielen Sanierungen erst spät auf die Liste gesetzt. Zu Unrecht. Gerade im Eigenheim, wo Sie nicht für den nächsten Mieter bauen, zahlt sich Maßarbeit doppelt aus: optisch im Alltag und wirtschaftlich beim späteren Verkauf. Ein vom Tischler gefertigter Einbauschrank in der Dachschräge ist kein Luxus – er ist oft die einzige Möglichkeit, den Raum überhaupt sinnvoll zu nutzen.

Tischler und Schreiner meinen dasselbe Gewerk – die Bezeichnung unterscheidet sich regional (Schreiner im Süden, Tischler in NRW). Typische Gewerke im Einfamilienhaus: Innentüren und Zargen, Treppen und Geländer, Einbaumöbel, Wandverkleidungen, Fensterbänke, Garderoben und Bettwände.

Dieser Ratgeber zeigt, wann ein Möbelhaus ausreicht und wann sich der Tischler lohnt, welche Holzqualitäten es gibt und wie eine Treppensanierung in der Praxis abläuft.

Einbaumöbel vom Tischler nutzen jeden Zentimeter – besonders in Altbau-Nischen und Dachschrägen
Massivholz altert mit Patina, Furnier und Spanplatte zeigen Verschleiß – der Unterschied wird nach zehn Jahren deutlich
Treppensanierung spart 60–70 % gegenüber Komplettaustausch – in den meisten Fällen der wirtschaftliche Weg
Epochen-Übersicht

Treppen und Einbauten nach Baujahr

Jede Dekade hat ihre typischen Holzelemente mitgebracht. Der Blick auf den Bestand zeigt, ob Sanierung oder Austausch der richtige Weg ist.

1

Vor 1960

Oberfläche: Massivholz-Treppe (oft Kiefer oder Buche), gedrechselte Geländersprossen, Einbauschränke in Wandnischen

Problem: Knarrende Stufen durch trockene Verbindungen, abgetretene Trittflächen. Substanz meist gut – Renovierung lohnt sich, Originaldetails bewahren.

2

1960er

Oberfläche: Massivholz-Treppen mit Teppich belegt, erste Fertigtüren mit Röhrenspan, Einbauschränke selten

Problem: Teppich entfernen, Originalholz prüfen. Oft lohnt sich Schleifen und Neuversiegeln. Stahlzargen können bleiben, wenn gerade.

3

1970er–1980er

Oberfläche: Teppich-Holz-Mix auf Treppen, dunkle Holzverkleidungen (Fichte, Tanne), Einbauregale in Eiche-rustikal

Problem: Wandverkleidungen wirken heute gedrückt und datiert. Tausch gegen helle Wandfarben oder reduzierte Holzakzente verjüngt das Haus spürbar.

4

1990er

Oberfläche: Laminatstufen, Kiefer-Landhausstil, Einbauschränke aus dem Möbelhaus

Problem: Laminat auf Treppen altert schlecht (Kantenabbrüche). Tausch gegen Massivholz sinnvoll. Landhaus-Einbauten oft entsorgen und neu planen.

5

Ab 2000

Oberfläche: Buche-Industrieparkett auf Treppen, weiße MDF-Fronten, Schiebetürschränke

Problem: Meist brauchbar. Oberflächen lassen sich erneuern (Folienbezug, Neulackierung). Austausch nur bei Beschädigung oder Geschmackswechsel.

Entscheidungshilfe

Möbelhaus oder Tischler? Treppe tauschen oder erneuern?

Zwei Kernentscheidungen bestimmen, ob sich das Schreiner-Gewerk lohnt: die Passgenauigkeit zum Raum und der Zustand des Bestands.

1

Gibt es schiefe Wände, Dachschrägen oder Nischen, die Standardmaße nicht abdecken?

Ja Ja

Tischler – jeder Zentimeter wird genutzt. Im Altbau (unebene Wände, abweichende Raumhöhen) ist Konfektionsware meist Kompromiss.

Nein Nein

Möbelhaus oder Online kann reichen. Prüfen, ob passende Maße im Standardprogramm verfügbar sind.

2

Soll das Möbel bis zur Decke reichen oder wandbündig abschließen?

Ja Ja

Tischler – passgenaue Abschlussleisten und wandbündige Fronten sind Maßarbeit. Deckenhohe Schränke ohne Fugen gibt es im Standard kaum.

Nein Nein

Freistehende Möbel (z.B. Sideboard) funktionieren auch aus dem Möbelhaus.

3

Soll das Möbel zwanzig Jahre oder länger halten?

Ja Ja

Massivholz oder Tischler-Furnier auf Multiplex. Günstigere Spanplatte (Kantenumleimer) zeigt Verschleiß an Ecken und Kanten nach 5–10 Jahren.

Nein Nein

Spanplatten-Möbel mit Folienbeschichtung halten bei normaler Nutzung 8–15 Jahre – ausreichend, wenn Umzug oder Geschmackswechsel absehbar.

4

Ist die vorhandene Treppe konstruktiv intakt (Wangen fest, keine Setzrisse)?

Ja Ja

Renovierung – neue Massivholzstufen werden aufgeklebt und geschraubt, Setzstufen lackiert. Deutlich günstiger als Komplettaustausch.

Nein Nein

Austausch planen. Statische Prüfung durch Tischler oder Statiker, ggf. komplett neue Wangentreppe.

5

Spielt Allergie oder Emissionsarmut eine Rolle?

Ja Ja

Massivholz mit Hartwachsöl (E1-zertifiziert) oder Naturölen wählen. Spanplatten entgasen Formaldehyd bei schlechter Qualität – Zertifikate (CARB 2, E0) prüfen.

Nein Nein

Standardqualität (E1) reicht für gesunde Erwachsene ohne Vorerkrankung.

Warum Maßmöbel sich im Eigenheim rechnen

Ein Möbelhaus verkauft die gleiche Vitrine tausendfach – das senkt den Preis, zwingt aber auch zu Standardmaßen. Ein Tischler fertigt ein Einzelstück für einen Raum, den es nur einmal gibt.

| Aspekt | Möbelhaus | Tischler | |--------|-----------|----------| | Maße | Raster in 5-cm-Schritten | Millimetergenau | | Wandanschluss | Sichtfugen, Leisten | Passgenau verspachtelt oder mit Blende | | Dachschräge/Nische | Meist nicht lösbar | Kernkompetenz | | Material | Spanplatte, Folie | Multiplex, Massivholz, Echtholzfurnier | | Oberfläche | Werkseitig beschichtet | Wählbar (geölt, lackiert, gebeizt) | | Beschläge | Standard (oft kurze Garantie) | Hettich/Blum Top-Linien, 10–30 Jahre Garantie | | Lieferzeit | 2–6 Wochen | 6–12 Wochen | | Preisfaktor | 1 | 2,5–4 |

Ein Tischler-Schrank ist kein Möbel, das in den Raum gestellt wird – er wird Teil des Raums. Der Preisfaktor relativiert sich, wenn man einrechnet, was das Standardmöbel nicht nutzt: Raum unter der Treppe, halber Quadratmeter zwischen Wand und Schornstein, fünfzehn Zentimeter Lücke unter der Decke.

Wann sich das Gewerk besonders lohnt: Garderobe im Eingangsbereich, Ankleide neben dem Schlafzimmer, Bibliothekswand mit Beleuchtung, Sideboard an unregelmäßiger Wand, TV-Wand mit Kabelführung, Einbaubett mit Schubladen, Badschrank mit integrierter Wäschekippe.

Materialkunde: Massivholz, Furnier, Spanplatte

Wer einen Schreiner beauftragt, entscheidet auch über das Material. Die drei Grundkategorien unterscheiden sich in Preis, Haptik und Haltbarkeit deutlich – und das Ergebnis sieht man erst nach Jahren.

Massivholz: Durchgehend gewachsenes Holz, keine Schichtaufbauten. Altert mit Patina, kleine Kratzer lassen sich abschleifen, Reparatur ist möglich. Arbeitet bei Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen – in fachgerechter Konstruktion (Nut-Feder, schwimmend gelagerte Füllungen) kein Problem. Preis: hoch. Verwendung: Treppenstufen, Arbeitsplatten, sichtbare Flächen, wo Haptik zählt.

Echtholzfurnier auf Multiplex oder MDF: Eine 0,6 bis 2,5 mm dünne Schicht Echtholz auf einem stabilen Trägermaterial. Optisch und haptisch kaum von Massivholz zu unterscheiden. Verzieht sich nicht, da der Trägerkern spannungsausgleichend wirkt. Preis: mittel. Verwendung: Schrankfronten, Wandverkleidungen, Möbelkorpusse. Vorsicht: Bei stark beanspruchten Kanten kann das Furnier nach Jahren absplittern. Umleimer oder 45-Grad-Gehrungen werten das Möbel auf.

Spanplatte mit Folie oder Melamin: Holzspäne mit Bindemittel gepresst, oberflächlich foliert oder mit Melamin beschichtet. Günstig, formstabil, in unzähligen Dekoren. Kantenumleimer aus ABS oder PVC. Preis: niedrig. Verwendung: Möbelhaus-Ware, Innenleben von Einbauschränken, unsichtbare Korpusteile. Schwachstelle: Wasser, abgeplatzte Kanten, Formaldehyd-Ausdünstung bei minderer Qualität (E1-Siegel prüfen).

Multiplex (Sperrholz): Mehrere dünne Holzschichten kreuzweise verleimt. Sehr stabil, verzieht sich kaum, trägt hohe Lasten. Sichtbare Kanten zeigen das charakteristische Schichtenbild – oft gewünscht als gestalterisches Element. Preis: mittel bis hoch. Verwendung: Regalböden, Arbeitsplatten, schwere Einbauten.

Beliebte Holzarten in NRW: Eiche (natur, geräuchert, gebürstet) als Allrounder, Nussbaum als dunklerer Akzent, Esche für helle Räume. Buche wirkt heute oft datiert, Kiefer spielt in der modernen Sanierung kaum noch eine Rolle.

Treppensanierung: Renovieren oder austauschen?

Abgetretener Teppich, knarrende Stufen, ein Geländer aus den 1970ern – die gute Nachricht: In den meisten Fällen muss die Treppe nicht komplett ausgetauscht werden.

Renovierung (häufiger Fall): Die bestehende Tragkonstruktion – Wangen, Trittstufen, Setzstufen – bleibt erhalten. Auf die alten Trittstufen werden 15 bis 20 mm starke Massivholz-Stufen geklebt und verschraubt. Setzstufen erhalten Holz oder werden weiß lackiert. Die Kombination Eiche-Trittstufe und weiße Setzstufe funktioniert in fast jedem Stil.

Alternativ lassen sich vorhandene Massivholz-Stufen abschleifen und neu ölen oder lackieren – vorausgesetzt, das Holz hat noch mindestens 20 mm Restdicke nach dem Schleifen.

Austausch (Ausnahme): Ein Komplettaustausch lohnt sich bei statischen Problemen (ausgeschlagene Wangen, abgesunkene Podeste), bei Grundrissänderungen, wenn eine andere Treppenform gewünscht ist (Wendel- statt gerade Treppe), oder bei Brandschutzanforderungen im Treppenhaus. Eine neue Wangentreppe in Eiche wird vom Tischler individuell gefertigt und vor Ort montiert – Lieferzeit 8–12 Wochen.

Das Geländer prägt den Eindruck stärker als die Stufe. Ein altes Holzgeländer mit gedrechselten Sprossen durch ein reduziertes Edelstahl-Geländer mit Glasfüllung oder horizontalen Seilen zu ersetzen, verändert das Treppenhaus radikal – ohne die Treppe selbst anzurühren. Wichtig: Die Absturzsicherung muss die Landesbauordnung NRW erfüllen (Griffhöhe 90 cm, Pfostenabstand maximal 12 cm bei Kindern im Haushalt).

Praxiswert: Eine Treppenrenovierung mit Eichenstufen, weißen Setzstufen und neuem Edelstahl-Glas-Geländer kostet 30–40 % eines Komplettaustauschs. Das Restbudget eignet sich gut für LED-Streifen unter den Stufennasen.

Einbauschränke: Ankleide, Garderobe, Dachschräge

Einbauschränke verbinden, was Standardmöbel nicht zusammenbringt: maximale Raumausnutzung, passgenaue Optik und exakt auf die Nutzung zugeschnittenes Innenleben.

Ankleide: Ein Raum von 6–10 m² wird komplett mit Schrankwänden ausgestattet – bis zur Decke, von Wand zu Wand. Typische Ausstattung: Kleiderstangen in zwei Ebenen, Schubladen, ausziehbare Hosenhalter, integrierter Spiegel, LED-Beleuchtung, Soft-Close-Beschläge. Konkrete Kosten klären wir im Beratungsgespräch.

Garderobe im Eingangsbereich: Maßgenaue Garderobe mit Schuhauszügen, Sitzbank, Hakenleiste und geschlossenem Jackenbereich. Wandbündige Fronten ohne Griffe lassen den Flur größer erscheinen.

Dachschrägen-Einbauten: Standardmöbel scheidet aus. Ein Tischler baut Schränke, die der Schräge bis auf Millimeter folgen. Kniestockhöhe unter 80 cm: nur Auszüge nutzbar, keine offenen Fächer.

Treppenhaus-Stauraum: Raum unter der Treppe oft ungenutzt. Bündig eingefügte Auszüge oder Schubkästen – ohne sichtbare Griffe – sind ideal für Putzschrank, Schuhe oder Wein.

Innenleben nicht vergessen: Schubladen mit Vollauszug, Kleiderstangen höhenverstellbar, mindestens 60 cm Tiefe für Oberbekleidung, LED-Beleuchtung in geschlossenen Schränken, Dämpfung an allen Türen und Auszügen.

Wandverkleidungen: Akustik, Akzent, Atmosphäre

Wandverkleidungen aus Holz bieten, was ein weiß gestrichener Raum nicht liefert: Wärme, Akustikdämpfung, Struktur.

Akustikpaneele: Schmale Holzlamellen (meist Eiche oder Nussbaum) auf schwarzem Filzträger montiert. Die Fugen zwischen den Lamellen absorbieren Schall, der Raum wirkt ruhiger – hörbar, besonders in Wohnzimmern mit harten Böden und viel Glas. Montage auf Klebeschienen oder direkt an der Wand. Geeignet für Wohnzimmer-Akzentwand, Schlafzimmer hinter dem Bett, TV-Wand.

Vollflächige Holzvertäfelung: Eine Wand in Echtholz (Eiche rustikal, Nussbaum, Räuchereiche). In kleinen Räumen schnell dominant – Faustregel: nur eine Akzentwand, mindestens 20 m² Raumgröße.

Mikro-Kassetten und Profile: Umlaufende MDF-Profile in Wandfarbe erzeugen eine ruhige Struktur. Beliebt in Altbauten mit hohen Decken.

Fensterbänke aus Massivholz: Ein kleines, oft vergessenes Detail. Eine Massivholz-Fensterbank (20–40 mm stark, Eiche oder Nussbaum, geölt) wirkt wertiger als Werksteinbank oder lackiertes MDF. Im Altbau mit tiefen Fensterlaibungen besonders wirkungsvoll – die breite Holzbank lädt zum Sitzen ein.

Praxistipp: Holzoberflächen reagieren empfindlich auf Luftfeuchtigkeit. In Bad und Küche eignen sich nur speziell versiegelte Hölzer (Thermoesche, geöltes Teak, Räuchereiche mit Polyurethan-Lack) oder Holzoptik-Fliesen. In trockenen Wohnräumen ist die Materialwahl dagegen frei.

Tischler an der Schnittstelle: Küche, Bad, Sonderlösungen

Neurealis liefert und montiert keine Einbauküchen – Küchen kommen vom Küchenstudio. Der Tischler übernimmt die Arbeiten, die das Küchenstudio nicht macht: Passleisten, wandbündige Abschlüsse, Tresenwände und Arbeitsplatten aus Massivholz oder Multiplex.

Typische Schnittstellen-Aufträge: Arbeitsplatte aus geöltem Nussbaum (eine Länge, keine Stoßfuge). Wandhohe Abschlussblende an der offenen Küchenseite. Tresen aus Multiplex mit sichtbaren Kanten. Wandregale im gleichen Holz wie der Esstisch.

Im Bad: Der Tischler fertigt Waschtischunterschränke aus feuchteresistentem Material (wasserfest verleimtes Multiplex, Massivholz mit 2-Komponenten-Lack), integriert die Waschtischplatte, baut Nischenlösungen in die Trockenbauwand. Wichtig: Die Abdichtung nach DIN 18534 muss unter dem Holzmöbel vorhanden sein – das Möbel selbst ist keine Abdichtung.

Bett- und TV-Wände: Ein Einbaubett mit integriertem Kopfteil, seitlichen Regalen und verdeckter Beleuchtung. Eine TV-Wand mit versteckter Kabelführung, Kaminelement und Regalpartien – aufgeräumter als der klassische Mix aus Lowboard, Regal und Bildern.

Sonderlösungen: Sitzbank entlang der Fensterfront mit Stauraum, Homeoffice-Einbau unter der Dachschräge, Garderoben-Durchblick zwischen Flur und Wohnraum.

Qualitätsmerkmale: Woran erkennt man gute Tischlerarbeit?

Die Qualitätsspanne im Gewerk ist groß. Diese Details trennen Routine von Maßarbeit:

Beschläge: Scharniere und Auszüge von Hettich, Blum oder Grass halten 15–25 Jahre. No-Name-Beschläge fallen nach 3–5 Jahren auf. Im Angebot Herstellername verlangen – Schweigen ist ein Warnsignal.

Kantenbearbeitung: Sichtbare Möbelkanten entscheiden über den Gesamteindruck. Hochwertige Ausführungen: 45-Grad-Gehrung (die Front trifft die Seite in einem sauberen Winkel), umlaufender Massivholz-Umleimer, oder durchgehendes Furnier über die Kante hinaus. Billige Ausführung: ABS-Umleimer in Kontrastfarbe, Plastikkanten an den Stirnseiten.

Oberfläche: Geölte Hölzer haben eine matte, warme Anmutung und lassen sich punktuell reparieren (Öl nachpflegen, kleine Kratzer ausschleifen). Lackierte Oberflächen sind pflegeleichter, zeigen aber Kratzer als weiße Linien im Lack – Reparatur nur durch Komplett-Überarbeitung möglich. Offenporige Öle (Osmo, Rubio Monocoat) sind der aktuelle Standard für sichtbare Holzflächen.

Wandanschluss: Wand vor Montage einmessen, Anschlussleiste auf Maß fertigen, Restfugen kaschieren. Sichtbare Spalten zwischen Schrank und Wand sind ein Qualitätsmangel.

Innenleben: HDF-Rückwände (6–8 mm) sind Standard, Multiplex (8–12 mm) ist stabiler. Einlegeböden mindestens 18 mm, LED-Beleuchtung ab Werk eingebaut statt nachträglich geklebt.

Vertragliche Punkte: Schriftlich festhalten: Holzart mit Sortierung, Oberflächenbehandlung, Beschlaghersteller, Liefertermin, Montagetermin, Zahlungsplan (30 % Anzahlung, 40 % bei Anlieferung, 30 % nach Abnahme). Grundlage: VOB Teil C, DIN 18355.

Konkrete Preise für Ihr Projekt

Treppensanierung, Einbauschrank oder maßgefertigte Wandverkleidung – die Spannen sind groß. Was die einzelnen Leistungen in Ihrer konkreten Situation kosten, klären wir in einem kostenlosen Beratungsgespräch. Die verbindlichen Festpreisrahmen für das Gesamtprojekt finden Sie auf unserer Preisseite.
Checkliste

Checkliste: Tischlerarbeiten in der Sanierung

Diese zwölf Punkte sollten vor der Auftragsvergabe an einen Tischler geklärt sein.

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Aus der Praxis

Praxis-Tipps

Tischler früh einbinden – nicht erst am Ende

Der klassische Fehler: Elektroinstallation fertig, Wände gestrichen – dann erst den Tischler rufen. Ergebnis: Steckdosen ungünstig, Wandfarbe passt nicht zur Holzart. Der Tischler gehört in die Planungsphase – zusammen mit Elektriker und Maler. Eine Stunde Abstimmung am Anfang spart zehn Stunden Nacharbeit.

Muster bestellen und im Raum prüfen

Holzoberflächen wirken im Lichtkegel einer Ausstellung anders als im eigenen Wohnzimmer. Muster (A5 oder A4) an die vorgesehene Stelle legen – morgens, mittags, abends, bei Kunst- und Tageslicht. Erst dann bestellen.

Deckenhöhe bei Einbauschränken nutzen

Ein Schrank bis zur Decke wirkt wertiger und bietet 15–20 % mehr Stauraum. Der Bereich über 2 m ist ideal für Reisegepäck und Saisonkleidung. Die vermeintliche Ersparnis durch einen niedrigeren Schrank rechnet sich selten.

Holzartenmix bewusst reduzieren

Boden Eiche, Treppe Nussbaum, Einbauschrank Buche – das wird unruhig. Maximal zwei Holztöne pro Haus: eine Hauptholzart (meist Eiche) und eine Akzentart (Nussbaum oder Räuchereiche).

Geölte Oberflächen sind pflegefreundlicher, als viele denken

Der Mythos: Geölte Möbel müssen ständig nachgeölt werden. Die Realität: Einmal im Jahr mit einem ölgetränkten Tuch abwischen genügt bei normaler Nutzung. Kratzer lassen sich punktuell reparieren. Lackierte Oberflächen zeigen Kratzer als weiße Linien – Reparatur nur durch Komplett-Überarbeitung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

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Lohnt sich ein Tischler gegenüber einem Möbelhaus-Einbauschrank?

Bei passgenauen Einbauten in Altbau-Räumen (schiefe Wände, Nischen, Dachschrägen) fast immer. Der Tischler nutzt jeden Zentimeter und fertigt ohne Sichtfugen zur Wand. Bei freistehenden Möbeln in einem rechteckigen Neubauraum reicht das Möbelhaus oft aus. Faustregel: Je mehr der Raum vom Standard abweicht, desto größer der Vorteil des Tischlers.
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Kann eine alte Treppe immer saniert werden?

In den meisten Fällen ja. Voraussetzung: Die Tragkonstruktion (Wangen, Unterzug) ist stabil, die Stufen haben genug Restdicke zum Abschleifen oder zum Aufkleben neuer Massivholz-Stufen. Bei ausgeschlagenen Wangen, abgesunkenen Podesten oder Setzrissen ist Austausch sinnvoller. Ein Tischler erkennt den Zustand bei der Besichtigung.
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Welches Holz ist am pflegeleichtesten?

Für Möbeloberflächen: Eiche geölt. Das Holz ist hart (widersteht Kratzern gut), die Ölbehandlung lässt sich bei kleinen Schäden punktuell erneuern. Für Fußböden: ebenfalls Eiche, weil die Härte im Alltag den Unterschied macht. Buche ist weicher und zeigt Druckstellen schneller. Tropenhölzer sind pflegeleicht, aber ökologisch problematisch – heimische Arten bevorzugen.
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Wie lange dauert eine Einbauschrank-Anfertigung?

Vom ersten Aufmaß bis zur Montage sind 6 bis 12 Wochen realistisch. Aufmaß und Planung: 1–2 Wochen. Fertigung in der Werkstatt: 3–6 Wochen (abhängig von Holzart und Komplexität). Montage vor Ort: 1–3 Tage. Bei besonderen Hölzern oder Spezialbeschlägen kann sich die Lieferzeit verlängern. Früh beauftragen – vor den sichtbaren Gewerken wie Maler und Parkett.
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Was kostet mich ein maßgefertigter Einbauschrank im Vergleich zum Möbelhaus?

Tischlerware mit Echtholzfurnier und Qualitätsbeschlägen liegt typischerweise beim 2- bis 4-fachen eines vergleichbaren Möbelhaus-Produkts. Konkrete Zahlen klären wir im Beratungsgespräch – eine Einschätzung ist nur nach Aufmaß seriös.
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Ist Massivholz wirklich besser als Furnier?

Nicht automatisch. Massivholz arbeitet bei Feuchtigkeitsschwankungen – bei großen Flächen über 80 cm können Risse entstehen. Echtholzfurnier auf Multiplex ist optisch identisch und formstabiler. Faustregel: Massivholz für Treppenstufen und Arbeitsplatten, Furnier auf Multiplex für Fronten, Wandverkleidungen und Korpusse.
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Kann ich den Tischler direkt beauftragen oder läuft alles über neurealis?

Beides ist möglich. Bei einer Komplettsanierung koordinieren wir den Tischler als Fachpartner im Gesamtprojekt – das vermeidet Schnittstellen-Probleme zwischen Gewerken (Elektro, Trockenbau, Maler) und spart Ihnen die Terminkoordination. Bei Einzelmaßnahmen (nur Treppe oder nur ein Einbauschrank) ist die direkte Beauftragung oft einfacher. Wir beraten, welcher Weg in Ihrer Situation passt.

Tischlerarbeiten im Gesamtprojekt mitdenken

Sie planen eine Sanierung mit Tischler-Gewerken – Treppe, Einbaumöbel, Garderobe, Ankleide? Wir koordinieren Tischler als Fachpartner und stimmen alle Gewerke aufeinander ab. Ein Gesprächspartner, eine Baustelle, ein Zeitplan.

Oder rufen Sie uns an: 0231 - 997 997 47

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Normen & Quellen

  • DIN 18355: VOB Teil C – Tischlerarbeiten (Ausführungsgrundlagen und Toleranzen)
  • DIN 68800: Holzschutz – Konstruktive und chemische Maßnahmen
  • DIN 68365: Holz-Sortierung – Qualitätsklassen A, B und rustikal
  • DIN EN 942: Holz in Tischlerarbeiten – Holzfeuchte und Sortiermerkmale
  • DIN 18065: Gebäudetreppen – Maße, Sicherheit, Absturzsicherung
  • TRAV: Technische Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen
  • Landesbauordnung NRW §38: Umwehrungen, Geländerhöhen, Pfostenabstände
  • Emissionsklasse E1 (EN 13986): Formaldehyd-Grenzwerte für Holzwerkstoffe

Tischlerarbeiten im Eigenheim planen?

Wir beraten zu Maßanfertigung, Treppe und Einbaumöbeln – und koordinieren das Gewerk im Gesamtprojekt.

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