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Innenputz im Eigenheim: Kalk, Gips, Lehm und Glättung
Eigennutzer

Innenputz im Eigenheim: Kalk, Gips, Lehm und Glättung

Das richtige Putzsystem für Ihr Baujahr – diffusionsoffen, schimmelsicher und glatt bis Q4

Putz ist das Gewerk, das man nicht sieht – und doch täglich spürt. Ein falsch gewählter Gipsputz auf einer feuchten Außenwand produziert innerhalb weniger Monate Schimmel. Ein zu grob gespachtelter Untergrund lässt jede Lampe im Streiflicht jede Welle verraten. In diesem Ratgeber lesen Eigennutzer, welcher Putz zu welchem Altbau passt, warum Kalk an die Außenwand gehört und wo Q3 statt Q2 die bessere Entscheidung ist.

Ausführung durch neurealis: Dortmund, Bochum & östliches Ruhrgebiet

Der Innenputz gleicht Unebenheiten aus, puffert Raumfeuchte und bildet den Untergrund für Farbe, Tapete oder Fliesen. In Eigenheimen der 1950er bis 1990er Jahre ist er oft der erste Ansatzpunkt für die Renovierung – und die Quelle vieler späterer Überraschungen.

Die zentrale Frage ist nicht "welcher Putz sieht am besten aus", sondern "welcher Putz verträgt sich mit meinem Mauerwerk". Ein Vollziegel aus den 1930ern reagiert anders auf Feuchtigkeit als ein Bimshohlblock aus den 60ern. Genauso entscheidend: die Glättungsqualität nach BFS-Merkblatt Nr. 21 – die Stufen Q1 bis Q4 legen fest, welche Tapete oder welcher Anstrich sauber auf der Wand wirkt.

Dieser Ratgeber führt Sie durch Materialkunde (Kalk, Gips, Kalk-Zement, Lehm, Sanierputz), Glättungsstufen Q1 bis Q4 und typische Risikostellen im Altbau. Für Neurealis-Kunden in Dortmund, Bochum und dem Umland ist das der Ausgangspunkt für eine schimmelsichere, wertstabile Oberfläche.

Kalkputz gehört im Altbau an die Außenwand – diffusionsoffen und alkalisch (hemmt Schimmel)
Gipsputz auf feuchtem Mauerwerk ist ein verlässliches Rezept für Schimmel – lieber Kalk
Q3 statt Q2 ist die Investition, die Eigennutzer nicht bereuen – Mehraufwand nur 3–5 %
Epochen-Übersicht

Putz-Generationen im Eigenheim

Welcher Putz in Ihrem Haus auf der Wand klebt, verrät viel über das Baujahr. Diese Übersicht zeigt die typischen Putzaufbauten und was bei einer Sanierung beachtet werden muss.

1

Vor 1920

Oberfläche: Kalkputz auf Vollziegel, Fachwerk oder Naturstein, teils Lehmputz auf Innenwänden

Problem: Sandender Kalkputz in Nasszonen, Salzausblühungen an Kellerwänden. Kalk- oder Sanierputz (WTA) ersetzen, nie mit Gips überputzen

2

1920er bis 1960er

Oberfläche: Kalk-Zement-Putz, Trümmerziegel, Bimsbeton, weicher Oberputz

Problem: Ungleichmäßiges Saugverhalten, weiche Oberfläche, Dübel halten schlecht. Klopftest machen, hohle Stellen abschlagen

3

1970er bis 1980er

Oberfläche: Werks-Gipsputz (Maschinenputz), glatt gefilzt, teils Kalk-Zement in Nassräumen

Problem: Gipsputz oft auf Außenwänden verbaut – bei Kältebrücken Schimmelgefahr. Nassräume komplett auf Kalk-Zement umstellen

4

1990er bis 2010

Oberfläche: Maschinen-Gipsputz, erste WDVS-Außendämmung, Gipskarton-Trennwände

Problem: Gipsputz in Altbauten ohne Dampfbremse riskant. WDVS-Risse der ersten Generation zeigen sich nach 25–30 Jahren

5

Ab 2010

Oberfläche: Rückkehr zu Kalk- und Lehmputzen für Diffusionsoffenheit, Feinputze für Q3

Problem: Wenig Putzprobleme, aber höhere Erwartungen an Glättung. Q3 als Standard etabliert, Q4 für Akzentwände

Entscheidungshilfe

Putz-Entscheidung: abschlagen, überputzen oder glätten?

Diese Entscheidungshilfe führt Sie zur richtigen Putzmaßnahme – abhängig vom Zustand des Altputzes, dem Untergrund und der geplanten Oberfläche.

1

Klopftest: Klingt der Altputz hohl oder sandelt er beim Darüberstreichen?

Ja Ja

Abschlagen bis aufs Mauerwerk und neu verputzen. Keine Grundierung rettet zerfallenden Putz.

Nein Nein

Weiter prüfen – fester Putz kann bleiben

2

Sind weniger als 30 % der Wandfläche eines Raums hohl?

Ja Ja

Hohlstellen ausstemmen, nachputzen, Armierungsgewebe einbetten. Materialverträglichkeit beachten (Kalk auf Kalk, Gips auf Gips).

Nein Nein

Großflächiger Befall: Komplettabriss ist wirtschaftlicher als Flickerei

3

Außenwand im Altbau ohne Dampfsperre?

Ja Ja

Kalkputz wählen – diffusionsoffen, alkalisch, feuchtigkeitsregulierend. Gipsputz hier ausgeschlossen!

Nein Nein

Innenwand, trocken: Gipsputz oder Kalkputz möglich

4

Feuchtebelastete Wand mit Salzausblühungen (meist Kellerwände)?

Ja Ja

Sanierputz-System nach WTA-Merkblatt 2-9. Zweilagig, speichert Salze kapillar, Oberfläche bleibt trocken.

Nein Nein

Standardputz ausreichend – Kalk oder Kalk-Zement

5

Nassraum (Bad, Küche, Waschraum)?

Ja Ja

Kalk-Zement-Putz als Untergrund für Fliesen – wasserbeständig und druckfest.

Nein Nein

Wohnräume: Kalk oder Gips je nach Wandmaterial

6

Welche Endbeschichtung ist geplant?

Ja Ja

Fliesen → Q1, Raufaser → Q2, Vliestapete/feiner Anstrich → Q3, Sichtspachtelung/Hochglanz → Q4. Q3 ist der empfohlene Eigenheim-Standard.

Nein Nein

Erst Belag festlegen, dann Glättungsqualität vereinbaren

Die vier Putzarten und ihre Einsatzgebiete

Die Wahl des Putzes richtet sich nach Untergrund, Raumnutzung und Folgegewerk – nicht nach dem Geschmack des Handwerkers.

| Putzart | Einsatzort | Besonderheit | |---------|------------|--------------| | Kalkputz | Altbau-Außenwände, Wohnräume, feuchtebelastete Wände | Diffusionsoffen, alkalisch, hemmt Schimmel natürlich | | Gipsputz | Trockene Innenwände in Neubau oder gedämmten Altbau | Schnell trocknend, glatt, günstig – nicht für Feuchte | | Kalk-Zement-Putz | Bad, Küche, Keller, Sockel | Wasserbeständig, druckfest, Fliesenuntergrund | | Lehmputz | Fachwerkhäuser, ökologische Sanierung, trockene Räume | Reguliert Raumklima, hochwertige Haptik, nicht wasserfest |

Kalkputz ist der Klassiker für den Altbau. Er nimmt Raumfeuchtigkeit auf und gibt sie bei trockener Luft wieder ab – ein passiver Klimapuffer ohne Technik. Auf Ziegel, Naturstein und Bimsbeton erste Wahl. Der Preisunterschied zu Gipsputz liegt bei 5 bis 10 Prozent pro Quadratmeter – der Nutzen bei Altbauwänden ist ungleich größer.

Gipsputz wurde in den 70ern und 80ern als Maschinenputz zum Massenprodukt. Er trocknet schnell, lässt sich sauber glätten und kostet wenig. Seine Schwäche: Er schließt Feuchtigkeit ein. Auf einer feuchtebelasteten Außenwand bleibt die Oberfläche trocken, hinter dem Putz wächst Schimmel.

Kalk-Zement-Putz kombiniert die Verarbeitbarkeit des Kalks mit der Festigkeit des Zements. In Bädern, Küchen und Kellern ist er der Standard – nicht dasselbe wie reiner Zementputz, der zu hart für Wohnbereiche wäre.

Lehmputz erlebt seit etwa 2010 ein Comeback. Er reguliert Luftfeuchtigkeit besser als jeder andere Putz. Die Verarbeitung erfordert Erfahrung: Lehm schwindet stärker als Kalk oder Gips und neigt zu Haarrissen, wenn die Trocknung nicht kontrolliert abläuft.

Putzgrund, Haftbrücke und Armierung

Die beste Putzmischung nützt nichts, wenn sie nicht am Untergrund haftet. Vor dem Verputzen gehört der Untergrund geprüft und vorbereitet.

  • Saugverhalten: Trockene, stark saugende Wände (alter Ziegel, Bimsbeton) entziehen dem Putz zu schnell das Anmachwasser. Ergebnis: der Putz bindet unzureichend ab und reißt. Lösung: Wand vornässen oder Tiefengrund auftragen.
  • Glatte Untergründe: Beton, alter Gipsputz oder schlecht saugende Flächen brauchen eine Haftbrücke – einen Spritzbewurf oder Haftgrund, der die Oberfläche aufrauht und die Verbindung herstellt.
  • Materialwechsel: Wo Bimsbeton auf Betonsturz oder Ziegel auf Porenbeton trifft, entstehen beim Trocknen unterschiedliche Spannungen. An diesen Stellen gehört Armierungsgewebe in die frische Putzschicht – ein alkalibeständiges Glasfasergewebe, das die Bewegungen auffängt.

Typische Pflichtzonen für Armierung:

  • Alle nachverschlossenen Installationsschlitze (Elektro, Heizung, Sanitär)
  • Übergänge zwischen alter und neuer Wandfläche
  • Ecken und Kanten (hier zusätzlich Eckschutzprofil mit integriertem Gewebe)
  • Sturzbereiche über Fenstern und Türen

Die Mindestputzdicke nach DIN EN 13914-2 beträgt zehn Millimeter einlagig. Im Altbau ist das selten genug: Nach dem Entkernen zeigen sich Unebenheiten von 20 bis 30 Millimetern. Wer in dieser Dicke verputzt, muss zweilagig arbeiten – erst Grobputz, dann Oberputz – sonst treten Trocknungsrisse auf. Auf Eckschienen-Systeme mit PVC oder Edelstahl sollte nicht verzichtet werden: Sie halten die Kante gerade, schützen vor Abplatzungen und schaffen die saubere Grundlage für Malerarbeiten.

Q1 bis Q4: Welche Glättung für welche Oberfläche?

Die Glättungsqualitäten Q1 bis Q4 sind im BFS-Merkblatt Nr. 21 definiert und gelten gleichermaßen für Putz, Gipskarton und Beton. Sie legen fest, wie eben und glatt die Wand nach dem Spachteln ist – und damit, welche Tapete oder welcher Anstrich überhaupt sauber wirkt.

| Stufe | Arbeitsgänge | Geeignet für | |-------|--------------|--------------| | Q1 | Nur Fugen und Schraubenköpfe | Nur unter Fliesen – nirgends sichtbar | | Q2 | 1–2 Arbeitsgänge, Oberflächenausgleich | Raufaser, Strukturtapeten, Grobputze | | Q3 | 3–4 Arbeitsgänge, vollflächig geglättet | Vliestapeten, feine Dispersion, Feinputz | | Q4 | 5+ Arbeitsgänge, hochglanz-geeignet | Lackanstrich, Sichtspachtelung, Designwand |

Q1 – Grundverspachtelung: Nur als Untergrund hinter Fliesen – rau, mit sichtbaren Werkzeugspuren. Im Eigenheim ausschließlich im Bad hinter der Fliesenfläche.

Q2 – Standard: Jahrzehntelang Normalfall in Mietwohnungen. Die Wand ist tragfähig für Raufaser und strukturierte Tapeten. Im selbstgenutzten Eigenheim meist zu wenig: Wer später Raufaser gegen Vliestapete tauscht, steht vor einer Wand, die dafür nicht vorbereitet ist.

Q3 – die goldene Mitte: Vollflächiges Spachteln in drei bis vier Arbeitsgängen. Geeignet für Vliestapeten, matte Dispersionsanstriche und Feinputze. Der Mehraufwand gegenüber Q2 liegt bei 3 bis 5 Prozent der Wandflächen-Kosten – bei Streiflicht ist der Unterschied erheblich sichtbar.

Q4 – Hochglanz-Qualität: Für Akzentwände, Lackanstriche und Sichtspachtelungen. Fünf und mehr Arbeitsgänge, etwa das Doppelte gegenüber Q3. Im Eigenheim sinnvoll für einzelne Wände – Wohnzimmer, Eingangsbereich, hinter dem Kamin. Fürs ganze Haus unwirtschaftlich.

Empfehlung: Q3 als Standard im Eigenheim. Q2 nur akzeptieren, wenn Raufaser dauerhaft geplant ist. Q4 gezielt für ein bis zwei Akzentflächen.

Sanierputz-Systeme nach WTA: Wenn Salze und Feuchte im Spiel sind

In Altbauten ohne Horizontalabdichtung zieht Feuchtigkeit kapillar ins Mauerwerk. Salze – Nitrate, Sulfate, Chloride – kristallisieren beim Trocknen und sprengen normalen Putz von innen. Typische Zeichen: weiße Ausblühungen, abplatzender Putz in Keller und Sockelbereich, muffiger Geruch.

Die Lösung sind Sanierputz-Systeme nach WTA-Merkblatt 2-9. Ihre Porenstruktur speichert die Salze im Putzkörper und hält die Verdunstungszone von der sichtbaren Oberfläche fern.

Ein WTA-Sanierputz besteht aus mehreren Schichten:

  • Salzspeichernder Unterputz: Nimmt Salzlösungen auf und bindet sie im Putzkörper.
  • Sanierputz-Oberputz: Wasserabweisend, aber diffusionsoffen – Wasserdampf entweicht nach außen, Salzlösungen bleiben innen.
  • Optional: Haftbrücke/Spritzbewurf als Verbindung zum salzbelasteten Mauerwerk.

Sanierputz ist keine Abdichtung. Er bekämpft nicht die Ursache – die Feuchtigkeit zieht weiter in die Wand. Eine nachträgliche Horizontalsperre oder Kellerabdichtung von außen bleibt die eigentliche Lösung. Details im Ratgeber Kellerabdichtung.

Für Eigennutzer im Ruhrgebiet ist Sanierputz ein häufiges Thema in Gründerzeit- und Nachkriegsbauten bis zu den frühen 1960ern. Wer einen feuchten Keller zum Wohnkeller umbauen möchte, kommt ohne WTA-konformes System und Trockenlegung nicht aus.

Lehmputz: Raumklima, Ökologie und echte Handarbeit

Lehmputz nimmt 10- bis 15-mal mehr Wasserdampf auf als Gipsputz, bindet Schadstoffe wie Formaldehyd und gibt der Wand eine Haptik, die kein Industrieputz nachahmt.

Wo Lehmputz seine Stärken ausspielt:

  • Schlafzimmer: Stabilisiert Raumfeuchte und bindet Luftschadstoffe.
  • Fachwerkhäuser: Als einziger Putz wirklich verträglich mit historischen Holz-/Lehm-Gefachen.
  • Dachgeschosse: Hohe Wärmespeicherkapazität dämpft sommerliche Hitze.
  • Kinderzimmer und Wohnbereich: Bindet Wohngifte, schafft angenehmes Raumklima.

Was Eigennutzer wissen sollten:

Lehm schwindet beim Trocknen stärker als Kalk oder Gips – Haarrisse in den ersten Wochen sind normal, werden mit einer zweiten feinen Lage ausgeglichen. Bei 15 Millimetern Schichtdicke rechnen Sie mit 2 bis 3 Wochen Trocknungszeit.

Lehm ist nicht wasserfest. Nassräume und Schlagregen-Außenwände sind ausgeschlossen. In Bädern außerhalb der Spritzwasserzone möglich – mit festem Deckanstrich aus Kasein- oder Lehmfarbe.

Neurealis koordiniert in Lehmbau-Projekten spezialisierte Gewerke aus der Region Dortmund/Bochum.

Schimmelprävention: Der Putz als bauphysikalische Lebensversicherung

Schimmel entsteht, wo warme feuchte Raumluft auf kalte Oberflächen trifft. Der Putz arbeitet dabei entweder mit – oder verschärft das Problem.

Drei Regeln für schimmelresistenten Putzaufbau:

1. Diffusionsoffen verputzen. Kalkputz lässt Wasserdampf nach außen entweichen. Gipsputz hält ihn zurück. In Altbauten ohne Dampfsperre verliert Gipsputz an Außenwand, Fensterlaibung und Geschossübergang – genau dort, wo das Mauerwerk kalt ist. 2. Alkalisches Milieu nutzen. Frischer Kalkputz hat pH 12–13, Schimmelsporen überleben dort nicht. Auch nach Jahren der Carbonatisierung bleibt Kalkputz schimmelhemmender als Gips oder Dispersion – deshalb schreiben Sanierungsgutachter in schimmelbefallenen Räumen Kalkputz vor. 3. Wärmebrücken mitdenken. An Rollladenkästen, Heizkörpernischen und Deckenanschlüssen sitzt die Wand oft nur 10–15 cm vor dem Außenraum. Kalziumsilikatplatte oder Innendämmung vor dem neuen Putz. Details im Ratgeber Fassade & WDVS.

Praxisfall Dortmund-Eving: In einem 1958er Einfamilienhaus trat nach einer Gipsputz-Sanierung innerhalb von 18 Monaten Schimmel an drei Außenwänden auf. Die Zweitsanierung mit Kalkputz auf Kalziumsilikatträger löste das Problem dauerhaft – zum rund dreifachen Kostenpunkt des ersten Versuchs.

Reihenfolge im Bauablauf und Trocknungszeiten

Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar: Erst alle Installationsarbeiten (Elektro, Sanitär, Heizung), dann der Putz. Nachträgliche Schlitze in frischen Putz produzieren Risse und flickenteppichartige Reparaturen.

Trocknungszeiten:

  • Kalkputz: 1 Tag pro Millimeter Schichtdicke. Bei 20 mm mindestens drei Wochen – nicht heizen, nicht permanent lüften.
  • Gipsputz: 15 mm nach etwa einer Woche tapezierfertig.
  • Lehmputz: 2 bis 3 Wochen bei 15 mm.
  • Sanierputz WTA: Untergrund und Oberputz je 5 bis 10 Tage, Gesamtzeit 2 bis 4 Wochen.

Wer diese Zeiten nicht einplant, verschiebt Maler, Bodenleger und Fliesenleger. Bei einer Komplettsanierung gehören Putz- und Estrich-Trocknung zu den längsten Einzelpositionen. Drei bis vier Wochen Puffer sind selten zu viel.

Eine zu früh aufgebrachte Tapete oder ein zu früher Anstrich halten Restfeuchte im Putz fest – das Ergebnis zeigt sich nach Monaten als Flecken, Ablösung oder Schimmel, ohne kompletten Rückbau nicht reparierbar.

Konkrete Preise für Ihr Putzprojekt

Ob Neuverputz nach Entkernung, Sanierputz-System im Keller oder Q3-Glättung für feine Vliestapeten – die Spanne beim Innenputz ist groß und hängt vom Aufbau ab. Was die einzelnen Putzleistungen im Eigenheim kosten, zeigt unsere Preisseite mit verbindlichen Festpreisrahmen.
Checkliste

Checkliste: Putzarbeiten im Eigenheim

Diese 12 Punkte sollten Sie vor und während der Putzarbeiten mit dem Fachbetrieb klären.

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Aus der Praxis

Praxis-Tipps

Kalkputz im Altbau – der natürliche Feuchteregulator

Im Altbau gehört Kalkputz an die Außenwand – immer. Altbauwände ohne Dampfsperre müssen atmen können. Gipsputz schließt Feuchtigkeit ein: Oberfläche trocken, dahinter Schimmel. Kalkputz kostet 5–10 % mehr pro Quadratmeter – der Schutz vor Folgeschäden ist unbezahlbar.

Q3 ist fast immer die richtige Antwort

Der Mehraufwand von Q2 auf Q3 liegt bei 3 bis 5 Prozent der Wandflächen-Kosten – gemessen an Gesamtkosten einer Sanierung vernachlässigbar. Die Wirkung ist täglich sichtbar: glatte Wände bei Streiflicht, Tapeten ohne Beulen, gleichmäßig deckende Anstriche. Q3 ist die Investition, die niemand bereut.

Nicht an der Trocknungszeit sparen

Kalkputz nach 10 Tagen statt 3 Wochen tapeziert? Restfeuchte bleibt in der Wand – Schimmel hinter der Tapete nach Monaten, Rückbau des gesamten Gewerks. Trocknungszeit großzügig einplanen und die Zeit für andere Gewerke nutzen.

Lehmputz nur mit erfahrenen Betrieben

Lehmputz ist kein Baumarkt-Standardprodukt. Mischungsverhältnisse, Trocknungsführung und Rissnachbehandlung erfordern Erfahrung. Referenzen und Musterflächen in sanierten Objekten vor der Vergabe prüfen. Neurealis koordiniert spezialisierte Gewerke aus der Region Dortmund/Bochum.

Vollständiges Leistungsverzeichnis schützt vor Nachträgen

Wenn im Angebot nur Wände spachteln steht, aber nicht Q2 oder Q3, entsteht Streit. Wenn Altputz entfernen steht, aber Entsorgung fehlt, kommt die Rechnung überraschend. Verlangen Sie ein detailliertes Leistungsverzeichnis mit Putzart, Schichtdicke, Glättungsqualität und Entsorgungskosten pro Raum – so lassen sich Angebote vergleichen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

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Kann ich Gipsputz einfach über alten Kalkputz auftragen?

Nicht ohne Prüfung. Gipsputz entwickelt an der Grenzfläche zu Kalkputz Spannungen, die nach Monaten zu Ablösungen führen. Sicher: gleiche Putzart auf gleiche Putzart. Bei Unsicherheit Probefläche anlegen und eine Woche trocknen lassen.
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Warum ist Kalkputz im Altbau besser als Gipsputz?

Kalkputz ist diffusionsoffen und lässt Wasserdampf nach außen entweichen. Gipsputz schließt Feuchtigkeit ein – an kalten Außenwänden im Altbau ohne Dampfsperre entsteht Kondensat und Schimmel hinter dem Putz. Kalkputz wirkt durch seinen pH-Wert von 12–13 zusätzlich schimmelhemmend.
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Welche Glättungsqualität brauche ich für Vliestapeten?

Für Vliestapeten und glatte Dispersionsanstriche ist Q3 nach BFS-Merkblatt Nr. 21 erforderlich. Q2 reicht nur für Raufaser und Strukturtapeten. Q4 für Lackanstriche und Sichtspachtelungen – im Eigenheim gezielt auf Akzentwänden, nicht für die Gesamtfläche.
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Was kostet mich der Wechsel von Q2 auf Q3?

3 bis 5 Prozent der reinen Wandflächen-Kosten – eine marginale Position gemessen an den Gesamtkosten einer Sanierung. Konkrete Preise auf der /preise/-Seite.
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Wann brauche ich einen Sanierputz nach WTA?

Bei salzbelastetem und feuchtem Mauerwerk – typisch in Kellern, Sockelbereichen und Altbauten ohne Horizontalsperre. WTA-Sanierputz speichert Salze im Putzkörper und hält die Oberfläche trocken, ist aber keine Abdichtung: Die Feuchteursache (Horizontalsperre oder Kellerabdichtung) muss separat bekämpft werden.
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Wie lange muss ich den Putz trocknen lassen, bevor ich tapezieren kann?

Kalkputz: 1 Tag pro Millimeter – bei 20 mm mindestens drei Wochen. Gipsputz: 15 mm nach rund einer Woche tapezierfertig. Restfeuchte vor Tapete oder Anstrich unter 3 Massenprozent, sonst Flecken und Ablösungen.
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Ist Lehmputz im Bad möglich?

In der Spritzwasserzone ausgeschlossen. An trockenen Wandflächen außerhalb von Dusche und Waschbecken möglich – mit festem Deckanstrich aus Kasein- oder Lehmfarbe. Standardlösung fürs Bad: Kalk-Zement-Putz mit Feinputz.
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Kann ich Putzarbeiten in Eigenleistung machen?

Technisch ja, mit rechtlicher Einschränkung: Bei Eigenleistung entfällt die fünfjährige Gewährleistung nach BGB. Bei Gipsputz auf kleinen Flächen machbar. Bei Kalk- oder Sanierputz wird es schwierig – Maschinentechnik, Trocknungsführung und Materialverträglichkeit erfordern Erfahrung.

Putzarbeiten im Eigenheim professionell ausführen lassen

Sie planen eine Wandsanierung und brauchen einen Partner, der Kalkputz, Sanierputz und Q3-Glättung aus einer Hand koordiniert? Neurealis hat 300+ Wohnungen und Häuser in Dortmund, Bochum und dem Umland saniert – mit klarer Materialwahl, verbindlichen Trocknungszeiten und Festpreis.

Oder rufen Sie uns an: 0231 - 997 997 47

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Normen & Quellen

  • DIN V 18550: Planung, Zubereitung und Ausführung von Innen- und Außenputzen
  • DIN EN 998-1: Festlegungen für Mörtel im Mauerwerksbau – Putzmörtel
  • DIN EN 13914-2: Planung, Vorbereitung und Ausführung von Innenputzen
  • WTA-Merkblatt 2-9: Sanierputzsysteme – Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung
  • DIN 18202: Toleranzen im Hochbau – Ebenheit von Wandflächen
  • BFS-Merkblatt Nr. 21: Technische Richtlinien zur Oberflächenbehandlung von Gipsplatten-Konstruktionen (Q1–Q4)
  • VOB/C DIN 18350: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen – Putz- und Stuckarbeiten

Putzarbeiten im Eigenheim fachgerecht planen?

Wir beraten zu Putzsystem, Glättungsqualität und Trocknungszeiten.

0231 – 58 68 85 60

Mo–Fr 7–21, Sa+So 7–18 Uhr erreichbar

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