Asbestsanierung: Pflicht, Ablauf und Kosten
Asbest wurde in Deutschland bis 1993 millionenfach verbaut – in Bodenbelägen, Wandverkleidungen, Fensterbänken, Fliesenkleber, Dachplatten. Die Fasern gelten als krebserregend und sind gesetzlich geregelt. Sobald Sie in einem Altbau renovieren wollen, stellt sich die Frage: Muss Asbest raus? Wie läuft das ab? Was kostet das? Und vor allem: Wie geht's danach weiter?
Viele Vermieter und Eigentümer beauftragen zuerst eine Asbestfirma – und suchen dann monatelang Handwerker für die Sanierung danach. Das führt zu Verzögerungen, doppelten Baustellenkosten und unnötigem Stress. Unsere Lösung: Asbestentfernung gemäß technischer Regel und direkte Komplettsanierung aus einer Hand. Ein Ansprechpartner, ein Festpreis, ein Bauablauf.
Gesetzliche Pflichten bei Asbest
Grundsätzlich besteht keine Pflicht, Asbest zu entfernen, solange das Material fest gebunden und unbeschädigt ist. Aber: Sobald Sie renovieren und asbesthaltige Materialien bearbeiten wollen (Bohren, Sägen, Schleifen, Entfernen), greift die Gefahrstoffverordnung. Die TRGS 519 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) schreibt vor:
- Asbestarbeiten dürfen nur von zertifizierten Fachfirmen durchgeführt werden
- Der Arbeitsbereich muss als Schwarzbereich abgeschottet werden (Unterdruck, Schleusen)
- Asbesthaltige Abfälle müssen als Sondermüll entsorgt werden
- Nach Abschluss ist eine Freimessung durch ein unabhängiges Labor Pflicht
Eigenleistung ist verboten – wer selbst Asbest entfernt, riskiert Bußgelder bis zu 100.000 Euro und schwere Gesundheitsschäden.
Wo findet sich Asbest in Altbauten?
Asbest wurde vor 1993 in vielen Baustoffen eingesetzt. Typische Fundstellen in Wohnungen und Häusern:
- Bodenbeläge: Floor-Flex-Platten, Cushion-Vinyl (PVC-Böden vor 1993)
- Wandverkleidungen: Faserzementplatten (z.B. an Balkonen, Treppenhäusern)
- Dachplatten: Eternit (Wellplatten, Fassadenplatten)
- Rohrummantelungen: Isolierungen an Heizungs- und Wasserleitungen
- Fensterbänke: Innen- und Außenfensterbänke aus Faserzement
- Fliesenkleber: Dünnbettkleber vor 1993
- Nachtspeicheröfen: Isolierungen im Inneren
- Spachtelmassen und Putze: Glättputze an Wänden und Decken
Nur eine Laborprobe schafft Gewissheit. Wir entnehmen bei der kostenlosen Besichtigung Proben und lassen sie von akkreditierten Laboren untersuchen. Sie erhalten ein schriftliches Schadstoffgutachten mit Handlungsempfehlung.
Ablauf einer fachgerechten Asbestsanierung
Eine professionelle Asbestsanierung nach TRGS 519 läuft in festen Schritten ab:
1. Schadstoffgutachten: Materialproben werden entnommen und im Labor auf Asbest untersucht. Das Gutachten zeigt, welche Bereiche betroffen sind und wie die Sanierung ablaufen muss.
2. Schwarzbereich einrichten: Der kontaminierte Bereich wird mit Folien luftdicht abgeschottet. Schleusen werden installiert, Unterdruck erzeugt, damit keine Asbestfasern nach außen gelangen.
3. Fachgerechte Demontage: Asbesthaltige Materialien werden möglichst staubarm entfernt – oft mit Nassverfahren. Alle Arbeiter tragen Schutzanzüge und Atemschutzmasken.
4. Entsorgung als Sondermüll: Die asbesthaltigen Abfälle werden in Big Bags verpackt und von zertifizierten Entsorgern abgeholt. Sie erhalten einen Entsorgungsnachweis.
5. Freimessung: Ein unabhängiges Labor misst die Raumluft und bestätigt schriftlich, dass keine Asbestfasern mehr vorhanden sind. Erst dann ist die Sanierung offiziell abgeschlossen.
Dauer: Je nach Umfang 1–2 Wochen für die Asbestentfernung, plus 1–2 Wochen für Gutachten und Freimessung.
Kosten-Faktoren bei Asbestsanierung
Die Kosten für eine Asbestsanierung hängen von mehreren Faktoren ab:
- Menge und Art des Materials: Floor-Flex-Boden (60 m²) kostet weniger als Faserzementplatten an der gesamten Fassade
- Zugänglichkeit: Leicht zugängliche Böden sind günstiger als Rohrummantelungen in engen Schächten
- Entsorgung: Asbesthaltige Abfälle müssen als Sondermüll entsorgt werden (ca. 200–400 €/Tonne)
- Gutachten und Freimessung: Schadstoffgutachten 500–1.500 €, Freimessung 500–1.000 €
Typische Preisspanne: Asbestentfernung allein (z.B. 60 m² Floor-Flex-Boden) liegt bei 2.000–8.000 €. Eine Komplettsanierung inkl. Asbestentfernung (65 m² Wohnung, Bad, Böden, Wände, Elektrik, Türen) beginnt bei 35.000–50.000 €.
Sie erhalten von uns nach dem Schadstoffgutachten ein transparentes Festpreisangebot für Asbestentfernung und Komplettsanierung zusammen.
Warum Komplettsanierung direkt nach Asbestentfernung sinnvoll ist
Nach der Asbestentfernung ist die Wohnung in der Regel ein Rohzustand: Böden raus, Estrich offen, Wände teilweise frei. Viele Vermieter suchen jetzt monatelang Handwerker für Bad, Elektrik, Böden, Malerarbeiten. Das Problem: Jeder Handwerker kommt einzeln, die Baustelle zieht sich über Monate, Koordination kostet Zeit und Nerven.
Unsere Lösung: Asbestentfernung und Komplettsanierung aus einer Hand. Nach der Freimessung (= Raumluft ist asbestfrei) starten wir direkt mit der Sanierung: Bad, Böden, Wände, Elektrik, Türen, Malerarbeiten – alles in einem Durchgang. Vorteile:
- Ein Ansprechpartner statt sechs verschiedener Handwerker
- Ein Festpreis für Asbest und Sanierung zusammen
- Kein Zeitverlust durch Handwerkersuche
- Geringere Gesamtkosten durch gebündelte Logistik und Entsorgung
So ist die Wohnung nach 6–8 Wochen bezugsfertig – statt monatelang im Rohzustand zu liegen.